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Eine radsportverrückte Gemeinde

175 Starter waren am Sonntag beim Neuhausener Volksradeln unterwegs und freuten sich über die Siegerehrung, die im Neuhausener Schlosspark vom Bürgermeister der Gemeinde Neuhausen Dieter Perko (l.) und vom Bundestagsabgeordneten Ulrich Freese (SPD) vorgenommen wurde.
175 Starter waren am Sonntag beim Neuhausener Volksradeln unterwegs und freuten sich über die Siegerehrung, die im Neuhausener Schlosspark vom Bürgermeister der Gemeinde Neuhausen Dieter Perko (l.) und vom Bundestagsabgeordneten Ulrich Freese (SPD) vorgenommen wurde. FOTO: Hirche/jul1
Neuhausen. Zum achten Mal gab es am Sonntag das Volksradeln in der Gemeinde Neuhausen. 175 Teilnehmer waren in diesem Jahr dabei und damit in etwa so viele wie im Vorjahr. Marion Hirche / jul1

Wie immer starteten die Mannschaften in ihren Ortsteilen und trafen in der Mittagsstunde im Neuhausener Schlosspark ein. Die Mehrheit der Ortsteile war vertreten.

Auch Bürgermeister Dieter Perko nutzte diesen Sonntag zum Radfahren. Er gehört zu den Neuhausener Stahlwaden, das sind die Männer, die gern längere Strecken schneller als der Durchschnittsradler zurücklegen. Am Wochenende fuhren sie 84 Kilometer und waren mit Spremberger Unterstützung 18 Pedalisten, natürlich außer Konkurrenz

Trotzdem ließ es sich der erste Mann in der Gemeinde nicht nehmen, die Siegerehrung vorzunehmen: Den Familien Magister aus Sergen und Schiele aus Bagenz überreichte er Sportspiele als Preis für die Familien mit den meisten Startern. Jeweils sieben hatten sie an den Start gebracht. Anett Bäucker aus Neuhausen hatte wieder mal die stärkste Wade, und wie 2016 war Reinhard Kossick mit 85 Jahren der älteste Teilnehmer. Die Zwillinge Henriette und Alexander Krüger aus Gablenz holten sich als Jüngste mit drei Jahren die Sieger-Schwimmtiere und rieben sich dabei vor Müdigkeit die Augen. Und sie mussten noch kurz stehen bleiben vor der Bühne, auf der die Original Prostataler Blasmusikanten den Tusch spielten: Die Gablenzer gewannen auch den Wettbewerb als lustigste Truppe. Sie kamen in Arbeitskleidung angeradelt, Schürze und Kopftuch natürlich obligatorisch. In ihren Körben lagerten Kartoffeln, Mohrrüben und Äpfel. In den Milchkannen sammelten sie unterwegs herumliegenden Müll. Gemähtes Gras brachten sie ebenso mi wie bunte Feldsträuße. Das Schmuckstück ihres Umzuges war ein Paralleltandem mit Sonnenschirm. Das hatte sich Niclas Schmidt gebaut. Der junge Mann wurde am Sonntag 17 Jahre alt und bekam von der Neuhausener Ortsvorsteherin Anke Dabow einen Sonderpreis für das schönste Fahrrad: ein Rad aus Felicitas-Schokolade.

René Müller aus Gablenz verschenkte bei der Siegerehrung zwei Hühnereier: eins für Bürgermeister Dieter Perko und eins für den Bundestagsabgeordneten Ulrich Freese (SPD), der seit einigen Jahren hier Sponsor ist. Und dann verriet er, dass der Geburtstag von Niclas am späten Nachmittag im Dorf gemeinsam gefeiert wird. Ortsvorsteherin Christina Krüger freute sich: "Das ist doch gut für den Zusammenhalt im Dorf."

Und noch ein Ortsvorsteher hatte Grund zum Jubeln: Manfred Leidel aus Roggosen nahm den Wanderpokal in Empfang für die Mannschaft, die die meisten Kilometer gefahren ist. Die Roggosener fuhren knapp 40 Kilometer und sicherten sich damit die große Radfahrerfigur zum dritten Mal nach 2015 und 2016. Damit bleibt die Figur endgültig in dem Ortsteil mit dem großen Eierproduzenten. "Das ist für uns umso schöner, denn wir haben im Mai eine Roggosener Radlergruppe gegründet, die jetzt öfter gemeinsam auf Tour gehen will", verkündete Leidel. Der Ortsteil mit den meisten Startern prozentual zur Einwohnerzahl war auch der gleiche wie in den beiden Vorjahren: Kathlow. Mehr als jeder Vierte der 130 Einwohner war am Sonntag dabei.