Sie wurde nach der deutschen Kaiserin Augusta benannt und befand sich seit dem Jahr 1874 in einem neu erbauten Privathaus in der damaligen Turnstraße (heute Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 15).

Im Jahr 1895 übernahm die Stadt die Schule und nannte sie zusätzlich "Städtische Höhere Mädchenschule und Lehrerinnenseminar". Schon bald reichten die Schulräume in der Turnstraße nicht mehr aus und die Stadt schrieb einen Wettbewerb für den Neubau eines Schulhauses aus. Es sollte auf einem Grundstück in der Promenade errichtet werden, das mit der Turnstraße in Verbindung stand. Den Wettbewerb gewann die renommierte Cottbuser Baufirma Hermann Pabel & Co.

In zwei Bauabschnitten sollte das Haus errichtet werden. Der erste, östliche Bauabschnitt, wurde bereits zum Schuljahresbeginn im April 1908 seiner Bestimmung übergeben. Er bestand aus fünf Klassenzimmern, einem für Physik mit zwei Vorbereitungsräumen und einem Lehrerzimmer. Während der Errichtung des anschließenden zweiten, westlichen Bauabschnittes, wurden staatlicherseits neue Vorschriften für Schulbauten beschlossen. Um den veränderten Anforderungen gerecht zu werden, wurde der bekannte Dresdner Baurat Julius Gräbner (Architekturbüro Schilling & Gräbner) hinzugezogen, der dementsprechende Veränderungen vornahm.

Nach Fertigstellung des gesamten Komplexes berichtete das Cottbuser Stadtbauamt: "Der in den Jahren 1910-11 aufgeführte Erweiterungsbau schließt sich dem bereits 1907 errichteten Teilbau in der Grundrißform organisch an, während umgekehrt die Fassade des Teilbaues der des Erweiterungsbaues angepaßt worden ist, so daß nunmehr nach Fertigstellung das gesamte Gebäude ein einheitliches, in sich geschlossenes Ganze bildet. Die unsymmetrisch gestaltete Gebäudegruppe wird im Westen durch einen Risalitbau abgeschlossen dessen monumentaler Giebel das Cottbuser Wappen und in weithin sichtbarer Goldschrift die Worte ,Augusta-Schule' trägt. Der Turm über dem Teilbaueingang, kräftige Gesimse und wenig ornamentaler Schmuck geben der Fassade einen eigenartigen Reiz." Die Planänderungen während der Bauzeit führten zu Bauverzögerungen. So konnte die erhoffte Schuleinweihung nicht mehr im Jahr 1911 stattfinden. Der gesamte Komplex mit Turnhalle und Wandelgang wurde deshalb erst am 5. Januar 1912 offiziell eröffnet.

Bis auf wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude immer als Schule genutzt. Aus der ursprünglichen Augusta-Schule wurde später die sechste Einheitsschule mit Oberschulteil, danach eine EOS Erweiterte Oberschule. Seit dem Jahr 1982 befindet sich das Konservatorium in dem Gebäude.

Bereits 1985 legte der Architekt Peter Kittel erste Entwürfe vor, um die Turnhalle als Konzertsaal mit Orgel umzubauen, was zwischen 1988 und 1990 umgesetzt wurde. Das Dachgeschoss im Haupthaus wurde 1994/95 ausgebaut, 2002 erfolgten die Sanierung der Umgrenzungsmauern, des Wandelganges und die Neugestaltung des Schulhofes. Inzwischen sind mit dem Einbau eines Fahrstuhls die einzelnen Etagen im Haupthaus barrierefrei erreichbar. Zudem wurden die Technik modernisiert und der Konzertsaal renoviert.

Zum Thema:
Auguste Viktoria, Prinzessin von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg, wurde 1858 in der Niederlausitz geboren. Sie war die letzte deutsche Kaiserin und Königin von Preußen. Sie war die Gemahlin von Wilhelm II. Ihre Kindheit verbrachte sie in der Lausitz in Dolzig, dem heutigen Duzek. Das ist ein Ortsteil von Lubsko. Sie folgte im Jahr 1918 ihrem Mann ins niederländische Exil und starb 1921. Ihr Leichnam wurde in den Antikentempel des Parks von Schloss Sanssouci überführt. An der Beisetzung durften Wilhelm II. und der Kronprinz nicht teilnehmen.