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Eine große bunte Familie

Grund zum Feiern: Die 14 Kinder, die derzeit in der hauseigenen Kinderkrippe betreut werden, freuen sich mit ihren Erziehern Anne-Katrin Eichhorst, Daniel Hanisch und Luisa Heine auf das Geburtstagsfest am Nachmittag.
Grund zum Feiern: Die 14 Kinder, die derzeit in der hauseigenen Kinderkrippe betreut werden, freuen sich mit ihren Erziehern Anne-Katrin Eichhorst, Daniel Hanisch und Luisa Heine auf das Geburtstagsfest am Nachmittag. FOTO: Jenny Theiler
Cottbus. Seit 1997 unterstützt das SOS-Kinderdorf Lausitz Familien, Kinder und Senioren. Heute feiert die soziale Einrichtung 20-jähriges Bestehen. Jenny Theiler

Mit zahlreichen sozialen Projekten hat sich das SOS-Kinderdorf Lausitz in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht. Was ursprünglich als Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und ihre Familien geplant war, hat sich mittlerweile zu einer breiten sozialen Organisation entwickelt, die nicht nur in Cottbus wirkt.

Vor 20 Jahren begann Claudia Trojan mit dem Aufbau eines SOS-Beratungszentrums in der Dostojewski Straße, das 1999 in die Poznaner Straße umzog. Seitdem hat sich das soziale Zentrum weiterentwickelt. "Es ist schön so eine Einrichtung wachsen zu sehen", erzählt die langjährige Einrichtungsleiterin Claudia Trojan. Bis 2007 entstanden in Cottbus und dem Landkreis Spree-Neiße drei Kinder- und Jugendtreffs sowie ein betreuter Spielplatz. Durch den Anbau vor zwei Jahren existiert am Standort Cottbus eine Kinderkrippe und die Eltern-Kind-Gruppe. Zudem bieten eine Hebamme und eine Logopädin regelmäßige Sprechstunden an.

Das Praxisprojekt "Frühe Hilfen - Spielen zu Hause" ist in Kooperation mit der BTU entstanden. Im Rahmen des Studiums der Sozialpädagogik wird jeder engagierte Student einer Familie zugewiesen, um sich mit den Kindern regelmäßig zu beschäftigen. Als Weiterentwicklung soll demnächst ein Spielzimmer in der Cottbuser Gemeinschaftsunterkunft eingerichtet werden, das ebenfalls von BTU-Studenten betreut werden soll.

Außerdem besteht seit zehn Jahren das Projekt "Mehrgenerationenhaus". Im Zuge dessen wurde auch der Seniorentreff "Lebensfreude" in die Einrichtung inte-griert. Mit diesem Projekt sollen Menschen jeder Altersklasse mit verschiedenen Freizeitangeboten zusammengeführt werden, um sich auszutauschen oder gegenseitig zu unterstützen.

Das deutsche Erwachsenenbildungswerk finanziert dem Kinderdorf demnächst drei Auszubildende. Laut Claudia Trojan werden am Standort Cottbus drei junge Syrer in diesem Jahr eine Ausbildung zum Erzieher beginnen. Durch den Flüchtlingszuwachs in den letzten zwei Jahren wurden des Öfteren interkulturelle Projekte angeboten, um Einheimische und Flüchtlinge näher zusammenzubringen.

Die meisten Angebote der Einrichtung sind präventiv und leicht zugänglich. Seit Jahren bestehen Kooperationsverträge mit Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen. "Wir würden demnächst gerne noch weiter anbauen", erklärt Claudia Trojan. Der Bauzuschuss für einen künftigen Kindergarten wurde bisher aber noch nicht genehmigt. Als potenzielle Ausweichmöglichkeit stehen die Räumlichkeiten einer ehemaligen Kinderarztpraxis in Sandow zur Verfügung, die für eine Kita genutzt werden sollen. Neben dem SOS-Kinderdorf haben sich auch andere Träger um den Standort beworben. Eine Entscheidung steht noch aus.

Zum Thema:
Heute wird ab 13 Uhr auf dem betreuten Spielplatz in der Helene-Weigel-Straße das 20-jährige Jubiläum des SOS-KD gefeiert. Der offizielle Festakt beginnt um 15 Uhr und wird von Vertretern der Stadt und Ministerpräsident Dietmar Woidke eröffnet. Für jede Altersklasse wird etwas geboten. Neben Kinderschminken, Glücksrad, einer Bühnenshow und einem Clown werden im Festzelt bis zu 300 Gäste erwartet. Alle Kinder bekommen ein Eis mit zwei Kugeln. Der Mehr-Generationen-Chor wird ein selbst komponiertes Lied vorstellen.