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Füchse
Einbrecher auf vier Pfoten werden in Cottbus zum Problem

Ohne Scheu – wie auf diesem Symbolfoto haben auch Füchse in Cottbus keine Angst vor dem Menschen.
Ohne Scheu – wie auf diesem Symbolfoto haben auch Füchse in Cottbus keine Angst vor dem Menschen. FOTO: moehligdesign/fotolia
Cottbus. In einer Kleingartenanlage in Cottbus Nord wurde im Sommer öfters eingebrochen. Gestohlen wurde nie etwas. Trotzdem beklagen die Kleingärtner durchwühlten Kompost, der stückweise auf dem Rasen verteilt wurde. Jenny Theiler / the

In einem anderen Fall liegen die Gartenschuhe 20 Meter voneinander entfernt auf den Nachbargrundstücken und am unteren Zaunrand hat sich offenbar jemand zu schaffen gemacht. Was wie ein undefinierbarer Ausdruck von Vandalismus erscheint, ist das Ergebnis der Nahrungssuche eines hungrigen Rotfuchses. Keine Einzelfälle - denn die ungebetenen Gäste sind vor allem in den ländlichen Ortsteilen keine Seltenheit mehr.

Nicht nur der Wolf macht den Lausitzern zu schaffen. Der so oft besungene Fuchs reißt zwar keine Schafe und stiehlt auch keine Gänse, kann aber trotzdem zu einem lästigen Zeitgenossen werden. Meldungen über Füchse in der Stadt werden an Förstereien und das Ordnungsamt weitergeleitet. Dennoch können die Behörden nichts gegen den roten Räuber ausrichten. "Der Fuchs geht auf Wanderschaft, das gehört zu seiner Lebensart und ist nichts Ungewöhnliches", weiß auch Mario Wotschka von der unteren Jagdbehörde Cottbus. Durch die Überschneidung der Lebensräume würden sich die Wildtiere auf der Suche nach Futter auch hin und wieder ins Stadtgebiet verirren. Eine Notwendigkeit die Tiere zu erschießen, bestünde nicht.

Ein vermehrtes Fuchsaufkommen wurde in den letzten Jahren in der Lausitz nicht beobachtet, wie die untere Jagdbehörde bestätigt. Auch die gefürchtete Tollwut gilt seit 2008 als erloschen. Laut des Landkreises Spree-Neiße wurde der letzte infizierte Fuchs Anfang der 90er-Jahre in Cottbus gemeldet. Andere Erkrankungen wie Staupe und Räude sind für den Menschen nicht gefährlich, können aber auf Hunde übertragen werden, wenn sie nicht dagegen geimpft sind.

Einige Grundstücksbesitzer fordern das Aufstellen von Fallen, um die gefangenen Tiere wieder im Wald auszusetzen. Das sei aber auf Dauer keine Lösung. "Wenn ein Fuchs irgendwo mal Futter gefunden hat, kommt er auch immer wieder", erklärt Mario Wotschka. Oftmals sei es die unsachgemäße Müllentsorgung im Garten, die den Waldbewohner anlocke. Essensreste auf dem Kompost oder organischer Abfall in Mülltonen locken auch Marder und Waschbären an. Zudem vermehren sich an solchen Plätzen auch Ratten und Mäuse, die wiederum zum Beutespektrum des Fuchses gehören. Eine Inspektion der betroffenen Gärten würden die meisten Gartenbesitzer jedoch ablehnen, berichtet Mario Wotschka.

Auch Michael Schwarz hat vor zehn Jahren zum ersten Mal Besuch aus dem Wald bekommen. Der Cottbuser wohnt in der Spremberger Vorstadt und konnte auf seinem Grundstück eine ganze Fuchsfamilie beobachten. "Jedes Jahr ist der Fuchs zu einer bestimmten Jahreszeit wiedergekommen. Das ging ungefähr drei Jahre lang so", erinnert sich der Familienvater. Die Tiere seien zwar sehr scheu gewesen, aber Bedenken wegen eventueller Krankheiten hatte Michael Schwarz dennoch. "Ich habe dann ein Radio in den Schuppen gestellt und laut aufgedreht. Füchse mögen ja keinen Lärm", berichtet der Cottbuser. Auch Mario Wotschka rät dazu, die Tiere zu verscheuchen. Vor allem sollten Kleinteile nicht auf dem Grundstück liegen gelassen werden, da diese von Füchsen sehr gern weggetragen werden. In Baumärkten und Zoohandlungen gibt es zudem Abwehrmittel gegen Füchse und andere Wildtiere.

Zum Thema:
Füchse sollten nie von Menschen gefüttert werden. Besonders zutrauliche Tiere könnten Infektionskrankheiten haben und sind zu verscheuchen. Räudige Füchse können an kahlen Stellen im Fell erkannt werden und sollten nicht berührt werden. Die Räude ist für den Menschen nicht gefährlich, kann aber vereinzelt zur Pseudokrätze führen. Um Fuchsbesuchen vorzubeugen, sollten freie Stellen unter Gartenzäunen verschlossen werden. Zudem sollte Hausmüll richtig getrennt werden und nicht neben der Tonne abgestellt werden. (the)