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Ein Wegweiser für die digitale Zukunft

Radiomoderator Konrad Spremberg (2.v.l.) leitet die Podiumsdiskussion. Die Schüler bekommen die Möglichkeit, mit Blogger Tom Wellbrock (l.), RUNDSCHAU-Chefredakteur Oliver Haustein-Teßmer und Medienpädagogen Andreas Hackert (r.) ins Gespräch zu kommen.
Radiomoderator Konrad Spremberg (2.v.l.) leitet die Podiumsdiskussion. Die Schüler bekommen die Möglichkeit, mit Blogger Tom Wellbrock (l.), RUNDSCHAU-Chefredakteur Oliver Haustein-Teßmer und Medienpädagogen Andreas Hackert (r.) ins Gespräch zu kommen. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. Die School Media Days finden auch in Cottbus statt. Fünf Schulen haben am Montag im UCI an der Auftaktveranstaltung teilgenommen. Jenny Theiler

Die fortschreitende Digitalisierung wird von Fragen, Problemen und Ängsten begleitet, mit denen sich nicht nur ältere Generationen konfrontiert sehen. Vor allem jungen Menschen müsse ein bewussterer Umgang mit den Medien, sozialen Netzwerken und dem Internet nahegebracht werden, meint Sven Rosig vom Organisationsteam der School Media Days. "Sie müssen lernen, über das eigene Medienverhalten zu reflektieren, damit sie später nicht mit Angst oder Unbedarftheit an digitale Medien und das Netz herangehen", so der Projektmitarbeiter.

Circa 500 Schüler aus weiterführenden Schulen haben am Montagvormittag an der neuen Veranstaltungsreihe "Media School - Wir im Netz" teilgenommen. Im Verlauf des Vormittags bekamen Schüler aus Cottbus und Spremberg die Möglichkeit, Themen wie Internet, soziale Netzwerke und Digitalisierung aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Mit dem deutschen Spielfilm "Lena Love" wurden die Jugendlichen an die Thematik herangeführt. Cybermobbing, Hassbotschaften und Fake News sind Probleme, mit denen die Protagonistin zu kämpfen hat. Die jungen Zuschauer wurden von aktiven Mediennutzern plötzlich zu bloßen Beobachtern, um das eigene Onlineverhalten besser bewerten zu können. Im Anschluss folgte ein interaktiver Austausch über Digitalisierung in drei Workshops und einer Podiumsdiskussion.

Die Schulen konnten sich im Vorfeld für eine der drei Arbeitsgruppen entscheiden. Die Teilnehmer vom deutschen Erwachsenenbildungswerk (DEB) interessierten sich vor allem für das Thema Cybermobbing. Die Medienpädagogin Ute Demuth diskutierte mit den erwachsenen Schülern über den Stellenwert der sozialen Medien und darüber, welchen Einfluss sie auf die Identitätsfindung bei Jugendlichen haben.

Um mit den Schülern in Dialog zu treten, gaben drei Gäste bei der Podiumsdiskussion einen interessanten Einblick in verschiedene Medienbereiche und deren Entwicklung in der Zukunft. "Was weiß Facebook denn von euch", fragte Moderator Konrad Spremberg zum Thema soziale Netzwerke. Der Blogger Tom Wellbrock warnte vor einem zu sorglosen Umgang mit den eigenen Daten. Auch der Medienpädagoge Andreas Hackert sprach sich für eine Datensparsamkeit aus, räumte aber auch ein, dass dies im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung nicht mehr so einfach sei. Dass Datenerhebungen auch notwendig sein können, machte RUNDSCHAU-Chefredakteur Oliver Haustein-Teßmer deutlich. "Wenn man sein Publikum nicht kennt, ist es sehr schwer, Medien zu machen", so der Chefredakteur.