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Ein Vierteljahrhundert und kein bisschen leise

Katharina und Bodo Bärwinkel verbindet die Musik. In diesem Jahr wollen sie ein Mandolinenorchester aus der Taufe heben.
Katharina und Bodo Bärwinkel verbindet die Musik. In diesem Jahr wollen sie ein Mandolinenorchester aus der Taufe heben. FOTO: Nocon
Cottbus. Vor 25 Jahren wurde in Cottbus die erste private Musikschule der Stadt und der damaligen DDR gegründet. Inzwischen firmiert die Musikschule Bärwinkel unter dem Namen "Academy of Music" und zählt 1375 Schüler. Das Familienunternehmen geht mit vielen neuen Vorhaben ins Jubiläumsjahr. Nicole Nocon

Bodo Bärwinkel lacht. "Nein, ein Aprilscherz war es nicht", beteuert der Gründer der Musikschule, die am 1. April 1989 ihre Arbeit aufnahm. Seither haben Tausende Cottbuser in der Musikschule Bärwinkel gelernt, wie man einem Klavier melodische Töne entlockt oder eine Geige zum Klingen bringt.

Nach wie vor ist die Musikschule Bärwinkel ein Familienunternehmen, in dessen Leitung 2010 auch Sohn Christian eingestiegen ist. Von der Franchise-Partnerschaft, die das Unternehmen 1991 zu einer Yamaha-Musikschule gemacht hat, die sich seit 2004 wie nur vier weitere Schulen in Deutschland "Academy of Music" nennen durfte, haben sich die Bärwinkels 2011 verabschiedet. Die "Academy of Music" in der Sandower Straße sind sie geblieben. In den Jahren dazwischen ist viel passiert und entstanden. "Seit 2005 bieten wir die Musicalausbildung mit Gesang und Tanz an. Davor hatten wir uns vor allem auf die musikalische Früherziehung und den Instrumentalunterricht konzentriert", nennt Katharina Bärwinkel einen Meilenstein der Firmengeschichte. Ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt sei auch die staatliche Anerkennung im Jahr 2007 gewesen. "Wir waren die erste private Musikschule in Brandenburg, der das gelungen ist", sagt die Chefin nicht ohne Stolz.

Stolz sind die Bärwinkels auf ihre Schülerzahlen. "Aktuell haben wir 1375 Schüler vom Baby- bis ins Seniorenalter. Die Jüngsten sind vier Monate alt. Und unsere älteste Schülerin ist 77 Jahre alt und lernt Keyboard", berichtet Katharina Bärwinkel. Sieben sind fest angestellt, insgesamt mehr als 40 Musiklehrer unterrichten derzeit an der "Academy". Knapp ein Viertel der Schüler lernen das Klavier- oder Keyboardspielen. Weitere 23 Prozent nehmen Gitarrenunterricht. Zwölf Prozent lassen sich an der Geige, einem Blasinstrument oder im Gesang ausbilden, neun Prozent am Schlagzeug. Den Musical- und Tanzunterricht besuchen acht Prozent der Schüler. Für Bodo Bärwinkel und sein Team gilt nach wie vor das Credo: "Musizieren kann und soll Spaß machen." Nach einem Vierteljahrhundert ist der Schulgründer noch lange nicht müde. Er sprüht vor neuen Ideen:

Noch in diesem Jahr soll ein Mandolinenorchester gegründet werden, das unter dem Motto "gemeinsam-genial" die Generationen in einem Ensemble zusammenführen soll. 40 Instrumente hat Bodo Bärwinkel dafür schon zusammengetragen. Zum größten Teil hat er alte Instrumente im Internet ersteigert und restaurieren lassen. Einige hat er auch selbst gebaut. "Wir wollen Kinder für das Orchester gewinnen, deren Eltern sich keinen Musikunterricht leisten könnten. Für den Unterricht und die Dauerleihgabe des Instruments sollen monatlich nur zehn Euro anfallen, die über das Teilhabepaket finanziert werden können", kündigt der Schulleiter an. Noch im Frühjahr soll zu Infoveranstaltungen eingeladen werden.

Für 2014 plant die "Academy" auch eine neue Werkstattreihe. Es soll Workshops rund um den Tanz geben. Bei den Band-Werkstätten sollen sich junge Musiker mit alten Hasen austauschen. Zu den Musik- und Song-Werkstätten werden zum Beispiel Textdichter eingeladen. Und bei den Denk-Werkstätten wird über die musikalische Ausbildung im weitesten Sinne diskutiert.

Außerdem ist für den Sommer eine Wiederaufnahme der Aufführung "Kara im Lutkiland" geplant. Dabei kann das Publikum die Sänger und Darsteller vom Kahn aus bei einer abendlichen Spreewaldtour erleben.

Das größte Vorhaben ist die Gründung einer Studieneinrichtung für Musik. Die Studenten sollen in Cottbus an der "Academy" einen international anerkannten Bachelor- und Master-Abschluss erlangen können. Ausführliche Infos unter Telefon 0355 700800.