Raserei und Müllecken. Ein Gebäude, das zerfällt. Ein Zaun, der repariert werden muss. Die Aufgabenliste, die der Sachsendorfer Bürgerverein am Freitagnachmittag für den Stadtteilrundgang mit der Verwaltung zusammengestellt hatte, war überschaubar.

Was auch daran liegt, dass in den vergangenen Jahren viel passiert ist in dem einstigen Pro blemstadtteil. Millionen, davon auch eine Menge Steuergelder, sind ausgegeben worden, um Wohnungen zu modernisieren oder abzureißen, Spielplätze zu bauen, Grünflächen anzulegen.

Trotzdem hat der Stadtteil noch immer mit seinem einstigen Image zu kämpfen, erklärte Bürgervereinschef Peter Pollack während des Rundgangs.

Wohnungen stehen leer

So stehen im Hoyerswerdaer Ring viele Wohnungen leer. Die seien schwer zu vermieten, so die Aussage der beiden Großvermieter GWC und eG Wohnen. In anderen Straßenzügen sind die sanierten Wohnblöcke hingegen gut belegt.

"Die Vermieter haben hier eine Menge gemacht", lobte Peter Pollack. "Die Achtung vor dem Anderen ist wichtig, der vernünftige Umgang miteinander, das sind Grundvoraussetzungen, damit man sich wohlfühlt", ergänzte er.

Und manchmal helfen auch ein paar Blumenkübel, um das eigene Umfeld noch angenehmer zu gestalten. So wünschen sich die Bewohner der Lerchenstraße und Kiefernstraße, dass bei ihnen vor der Haustür etwas gegen die Raser getan wird. "Manche schaffen es sogar bis auf 100 km/h bis da vorne", sagte Anwohner Bernd Stephan und zeigte auf die Zufahrt zur Saarbrücker Straße. Eine Idee: Mehrere Blumenkübel sollen als Verkehrsberuhigung dienen. "Ich pflege die sogar persönlich", so Stephan. Bis Ende November will die Verwaltung Vorschläge unterbreiten.

In der Kantstraße laufen derzeit die Vorbereitungen für den Einzug des Vereins Juks. Dieser muss aus baurechtlichen Gründen sein bisheriges Domizil in der Priorstraße verlassen. In der kommenden Woche soll es für die Anwohner die Gelegenheit geben, mit der Vereinsspitze ins Gespräch zu kommen. Auch das wurde während des Stadtteilrundgangs vereinbart und soll der Startschuss für eine gute Nachbarschaft sein.

Kaum Hoffnung fürs Kosice

Kaum Hoffnung gibt es hingegen für eine Wiederbelebung des ehemaligen Eiscafés Kosice. Das heruntergekommene Gebäude, das in einem Wäldchen versteckt liegt, befindet sich laut Stadt in Privatbesitz. Es habe Initiativen gegeben, aus dem Café ein Einfamilienhaus zu gestalten. Doch diese seien gescheitert, weil dafür neue Leitungen für Trink- und Abwasser gelegt werden müssten - zu bezahlen vom Eigentümer. Das sei das K.o.-Kriterium.