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| 02:34 Uhr

Ein scharfes Messer reicht

Joachim Böttcher demonstriert das Pfropfen hinter die Rinde.
Joachim Böttcher demonstriert das Pfropfen hinter die Rinde. FOTO: Hirche, jul1
Kolkwitz. Obstbaumveredlung ist gar nicht so kompliziert. Meint zumindest der Spremberger Gartenbauingenieur Joachim Böttcher, der auf Einladung des Kolkwitzer Naturschutzvereins erklärte, wie man bei Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäumen aus Alt Neu machen kann. Marion Hirche / jul1

Der Referent mahnte seine Zuhörer zur Eile, wenn sie noch dieses Jahr eine Veredlungsaktion planen: "Mitte April ist eine gute Zeit zum Pfropfen der Reiser, denn die Rinde an den Bäumen muss sich leicht lösen lassen." Ausführlich schilderte der Fachmann die Reisergewinnung und das Pfropfen. Lange Vorbereitung und ein scharfes Messer seien wichtig, ebenso Baumwachs und Veredlungsbast. "Die Schnittstelle muss steril bleiben, also nicht mit dem Finger darauf fassen".

Wolfgang Bartsch aus Leuthen gehörte zu den aufmerksamen Zuhörern: "Ich will lernen, wie das funktioniert. Es ist sehr interessant". Besonders aufmerksam registrierte der Leuthener die kleinen Tricks, die der Redner preisgab: "Natürlich müssen auch die Reiserschnittstellen mit Wachs verschlossen werden. Je jünger der Baum ist, umso besser klappt die Veredlung. Allerdings muss er eine gewisse Stärke erreicht haben." Unter der Veredlungsstelle sollten noch einige Zugäste, also solche Äste, die Saft ziehen, bleiben. Nach drei Stunden freuten sich die über 50 Zuhörer, dass sie viel Neues erfahren hatt en.