Nach seinem Studium der klassischen Philologie, Romanistik und Germanistik in Halle und Berlin wurde der Magdeburger Pfarrerssohn wissenschaftlicher Hilfslehrer am Cottbuser Gymnasium.
Mit den Lehrern Christian Schwele und Hendrich Jordan sowie seinen Schülern wie Mato Kosyk sammelte Edmund Veckenstedt in den Dörfern rund um Cottbus Sagen, Bräuche und Lieder der Wenden, darunter die Sage von der Gottesklage, der wendischen Lorelei, die in sorbischen Wohnstuben erzählt wurde, Jahrhunderte vor dem 1802 von Brentano geschriebenen Märchen von der bekannteren Rheinnixe.
Das Ergebnis der Vecken-stedtschen „Umfragen“ war im Jahre 1880 das Buch „Wendische Sagen, Märchen und abergläubische Bräuche“ . 1879 wurde der Cottbuser Volkskundler Edmund Veckenstedt als Professor für alte Sprachen und Literatur nach Libau/Kurland berufen und arbeitete ab 1883 in Leipzig als Gründer und Chefredakteur an zwei volkskundlichen Zeitschriften. Vecken stedt starb am 7. Februar 1903 in einer Nervenanstalt bei Halle. (krö)