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Ein Plädoyer für den wahren Sport

Kommentar. Gänsehautatmosphäre, so erzählten sie in den vergangenen Tagen überall mit Begeisterung, haben Frances Herrmann, Martina Willing und Janne-Sophie Engeleiter bei den Paralympics in Rio erlebt. Die Stadien waren voll, die Zuschauer herzlich und enthusiastisch. Sven Hering

Für umgerechnet knapp drei Euro konnte eine brasilianische Familie einen Tag im Stadion verbringen, sagte Friedhelm Julius Beucher, Chef des Deutschen Behindertensportverbandes, am Dienstag bei der Eröffnung des Paralympischen Zentrums in Cottbus. Wucherpreise von mehreren Hundert Euro hätten hingegen bei den Olympischen Spielen ein paar Wochen zuvor dafür gesorgt, dass Athleten vor teils leeren Arenen antraten. Beucher weiter: "Das ist doch bescheuert, da fliegt man demnächst zur WM nach Katar, um bei 50 Grad in gekühlten Stadien Fußball zu spielen." Die Botschaft: Der Sport und die Sportler müssen im Mittelpunkt stehen. Nichts anderes. Wenn zuerst die Zuschauer und irgendwann dann auch die Athleten die Lust am Sport verlieren, dann kann man sich künftig schicke Trainingszentren wie in Cottbus sparen.