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| 19:21 Uhr

Fotografie
Ein paar Augenblicke Afrika

Alexander Janetzko zeigt Fotografien aus Uganda in der Galerie Haus 23.
Alexander Janetzko zeigt Fotografien aus Uganda in der Galerie Haus 23. FOTO: Daniel Schauff / LR
Cottbus. Alexander Janetzko zeigt Fotografien aus Uganda in der Galerie Haus 23. Von Daniel Schauff

Afrikas Farbenpracht überwältigt beim ersten Schritt über den knarzenden Dielenboden in dem Haus in der Marienstraße. So stellt man es sich vor, dieses Uganda, wo bisher die wenigsten Cottbuser gewesen sein dürften. Matthias Körner hat gerade eins der letzten Bilder seiner Ausstellung in der Galerie Haus 23 von der Wand genommen, um den Bildern von Alexander Janetzko Platz zu machen. Noch stehen eine Handvoll Werke des Fotografen mit Cottbuser Wurzeln auf dem Holzboden. Ein paar liegen noch im Auto, ein Großteil hängt bereits.

Janetzko hat noch einmal ein bisschen etwas geändert. Die Ausstellung, sagt er, entwickelt sich erst so richtig, wenn sie aufgebaut wird. So umfassend, so vollständig, so beeindruckend hat er seine eigenen Fotos auch noch nicht gesehen. Wie viele es sind, weiß selbst der Fotograf nicht, sie nehmen aber alle beide Stockwerke der Galerie ein. Zehn Jahre, 15 Reisen nach Uganda auf ein paar Dutzenden Quadratmetern Galeriefläche.

Farben unten, edles Schwarz-Weiß oben, ein Kontrast, der die Bilderreise auf einen anderen Kontinent nur noch spannender macht. Tiefe Blicke in die Augen starker Frauen wechseln sich mit tiefen Einblicken in den ostafrikanischen Alltag ab. „Mikwano Jjange“ hat Janetzko seine Ausstellung genannt. „Unter Freunden“ heißt das übersetzt und beschreibt, wie der Fotograf mittlerweile nach Uganda reist. Er kenne mittlerweile die Menschen dort, habe die letzten zehn Jahre in dem Land verfolgt, die Lebenswege der Menschen.

Janetzko ist in Uganda kein Reisender, keiner, der mit Auftrag Bilder sucht, eher einer, dem die Bilder vor die Kamera laufen. Spielende Kinder im Regen. Ob dabei tatsächlich ein Bild herauskommen wird, sagt der Fotograf, wisse er in dem Moment, in dem er auf den Auslöser drückt, nicht. Noch weniger wisse er, wie das Bild am Ende in einer Ausstellung wirke. Die spielenden Kinder haben einen prominenten Platz in der Ausstellung, wirken auf den Betrachter, als sei der einen kurzen Moment lang selbst in Uganda, entdecke zufällig die spielenden Kinder im strömenden Regen.

Maler Matthias Körner wird zur Eröffnung eine Einführung in Janetzkos Ausstellung geben. Das passt, war es doch Körner, der den jungen Fotografen vor zehn Jahren erstmals nach Afrika gelockt hatte. Seit 20 Jahren pflegt Körner enge Beziehungen nach Uganda, zu Künstlerkollegen dort, reist immer wieder dorthin.

Körners jüngste Ausstellung hatte sich mit Uganda beschäftigt, Afrika bleibt der Galerie also erhalten, aus den Werken Körners, inspiriert von der Regenzeit in Ostafrika, werden Alexander Janetzkos Fotografien, inspiriert vom ugandischen Alltag.

Die Galerie 23 zeigt mit Janetzkos Ausstellung einen von gleich mehreren Höhepunkten, bevor der Vorhang fällt. Im Herbst 2019 schließt das Haus 23, 30 Jahre nach seiner Eröffnung. Das hatte der Kunst- und Kulturförderverein bereits vor einigen Wochen angekündigt.

„Mikwano Jjange – Unter Freunden“, Alexander Janetzkos Ausstellung, ist bis zum 16. Juni donnerstags bis samstags von 18 bis 21 Uhr zu sehen. Am 25. Mai bleibt die Galerie geschlossen. Eröffnet wird die Ausstellung am heutigen Freitagabend, 4. Mai, um 20 Uhr.