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| 02:33 Uhr

Ein Musical für Lacky mit Trommeln und Regenwaldpfeifern

Martina Ehrhardt-Lakomy hat den Kindern der Grundschule in Groß Gaglow ein Porträtfoto von Reinhard Lakomy mitgebracht.
Martina Ehrhardt-Lakomy hat den Kindern der Grundschule in Groß Gaglow ein Porträtfoto von Reinhard Lakomy mitgebracht. FOTO: ani
Cottbus. Unterm Traumzauberbaum trommeln, bis alle mitklatschen? Die Reinhard-Lakomy-Grundschule in Groß Gaglow hat den 71. Geburtstag des Komponisten, Sängers und Pianisten Reinhard Lakomy (1946 - 2013) gefeiert. Die Witwe Monika Ehrhardt-Lakomy saß im Publikum zwischen Indianern. Annett Igel-Allzeit

Rabe Zacharias steht mit seiner Zauberfreundin Alrune und dem blauen Ypsilon schon auf der Bühne, als Monika Ehrhardt-Lakomy in die Sporthalle schneit. Sonst sei nach Groß Gaglow immer Lacky gefahren, erklärt sie ihre kleine Verspätung. Sie habe sich ein wenig verfranst. Das Vampirmädchen Motte wird mit der Blutwurst vom Hals des kleinen Königs weggelockt - und dann kommt der einzige, der in der Lesenacht mit der Bücherfrau Hilde noch fehlt: Lacky. Die zwölfjährige Loudes spielt ihn mit der lustigen Nickelbrille auf der Nase und einer weißen Mähnenperücke.

Zwischen den Büchern kommen die Figuren, die den Lakomy-Ehrhardtschen Liedern und Geschichten entsprungen sind, schnell von einem Thema zum anderen. Und die Klassen illustrieren das mit ihren Ergebnissen aus dem globalen Lernen. Sie tanzen als Indianer, sind Urmenschen, Trommler, entdecken lustige Vögel in Australien und Neuseeland, erzählen von Ghana, wo Kakao geerntet wird, zeigen ihre Lieblings-Yoga-Übungen, finden viele Gründe für die Kostbarkeit des Wassers. Und wenn sie den Regenwald pfeifend, klopfend und tropfend nachahmen, muss man nur die Augen schließen.

Martina Ehrhardt-Lakomy sitzt gespannt neben der Schulleiterin Simone Rothbart. Lieder wie "Die Erde soll ein Garten sein" singt sie mit, freut sich über die neue Schulhymne, die der Musikpädagoge Mario Heß geschrieben hat - auch einer der mit Geschichtenliedern von Paule Platsch und Stadtkaninchen Mimmelitt aufgewachsen ist.

"Ich bin froh, dass ich Lackys Geburtstag heute mit euch feiern kann. Am Morgen war ich bei ihm auf dem Friedhof. Ich gehe oft hin, um mit ihm zu reden, von Erfolgen zu erzählen, ihn etwas zu fragen. Und wenn ich etwas nicht wiederfinde, schimpfe ich mit ihm", sagt Martina Ehrhardt-Lakomy. Sie wickelt ein großes Foto von Reinhard Lakomy aus: "Ich glaube, das fehlt euch noch."

Sie ist stolz, dass das gemeinsame Werk fortlebt. Sie arbeitet am Animationsfilm "Der Traumzauberbaum", der im Jahr 2018 ins Kino kommen soll. Im Herbst war die CD "Die Sonne" erschienen. Nach "Der Wasserkristall" und "Der Regenbogen" der dritte Teil einer Trilogie, den sie immer noch schaffen wollten - bis der Lungenkrebs kam. "Jetzt wurde es doch noch ein gemeinsames Werk - ich habe für Ballettmusiken, die er mal komponiert hat, Texte geschrieben. Sogar seine Stimme konnten wir einspielen", erzählt sie.

"Schnuppelchen, du machst das schon" - das habe er oft gesagt, und sie - inzwischen 69 - macht weiter. Mit dem neuen Musical "Der Traumzauberbaum und das blaue Ypsilon", das am 14. Januar Premiere hatte, will sie am 23. Mai nach Cottbus ins Staatstheater kommen.