Schüler ab 15 Jahren sollten ein Experiment entwickeln, das der deutsche Astronaut Alexander Gerst auf der Internationalen Raumstation ISS ausprobiert. Der 16-jährige Tim Gotzel hat es dabei bis in die Endrunde geschafft. Mit seinem Tauchsieder-Experiment überzeugte er die Jury. Er wollte das Siedeverhalten von Wasser in der Schwerelosigkeit untersuchen.

"Anders als auf der Erde bildet sich auf der ISS keine Konvektionszelle bei der Erwärmung eines Fluides aus, sodass sich die Wärmeenergie vom Tauchsieder nicht gleichmäßig verteilt", erklärt der Schüler des Max-Steenbeck-Gymnasiums. Das Wasser, welches unmittelbar am Tauchsieder ist, fängt an zu sieden und bildet eine Gasblase. Das weiter entfernte Wasser bleibt hingegen relativ kühl. "In meinem Experiment sollte untersucht werden, wie die Gasblase im Inneren die Wasserkugel beeinflusst, inwiefern sich die Gasblase ausdehnt und dabei abkühlt und ob es überhaupt wirtschaftlich sinnvoll ist, Wasser mittels eines Tauchsieders in der Schwerelosigkeit zu erhitzen", fasst Tim Gotzel seien Idee zusammen. Für das Experiment durften die Schüler nur aus einer Liste mit vorgegebenen 42 Objekten auswählen, die auf der ISS ohnehin vorhanden sind. Darunter befanden sich Taschenlampe, Klebeband, Stoppuhr, Bleistifte, Wasser, Flüssig-Salz, Radiergummi, Zahnseide. Tim Gotzel bastelte sich seine Versuchsanordnung aus 17 Objekten - darunter ein Lötkolben als Tauchsieder-Ersatz - zusammen.

Die Jury jedenfalls war begeistert. Der Cottbuser gehörte zu den fünf Besten, die als Auszeichnung den Start von Alexander Gerst im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen live verfolgen durften. Das Siegerexperiment wird der Astronaut auf der ISS ausprobieren. Unabhängig voneinander kamen zwei Schüler-Teams auf die Idee, Seifenblasen in Schwerelosigkeit zu untersuchen.