| 19:23 Uhr

Ein Loch klafft in der Branitzer Seepyramide

Durch ein Leck im Schlauch des Bewässerungssystems wurden die Stufen auf der Seepyramide unterspült. Drei stürzten ab und offenbaren das Loch. Der Schaden ist bislang nicht absehbar. Er wird Montag notdürftig repariert.
Durch ein Leck im Schlauch des Bewässerungssystems wurden die Stufen auf der Seepyramide unterspült. Drei stürzten ab und offenbaren das Loch. Der Schaden ist bislang nicht absehbar. Er wird Montag notdürftig repariert. FOTO: mih1
Cottbus. Eine länger unbemerkt gebliebene Havarie des Bewässerungssystems hat die Stufen der Branitzer Seepyramide unterspült. Jetzt klafft dort ein Loch. Peggy Kompalla

Die Seepyramide ist nicht nur das Wahrzeichen des Branitzer Parks, sondern längst der Stadt Cottbus. Erst vor anderthalb Jahren wurden Fürst Pücklers Grabmal und der See für 1,7 Millionen Euro saniert. Die Fertigstellung der Arbeiten wurde der Bedeutung angemessen mit einer Enthüllung, Kanuballett und klassischer Musik gefeiert. Das Tamtam hätte dem Fürsten gefallen.

Umso größer ist jetzt der Ärger. Denn in der Seepyramide klafft seit dieser Woche ein großes Loch. Parkleiter Claudius Wecke ist zerknirscht. Freitagnachmittag inspiziert er das Malheur mit Bau- und Parkfachleuten. Die Ursache ist schnell entdeckt: "Es war eine Havarie, die wir zu spät bemerkt haben."

Um die Pyramide auch bei langen Trockenperioden zu bewässern, steht auf der Spitze ein Sprenger. Der dazugehörige Schlauch hatte ein Leck. Genau das blieb unbemerkt - vermutlich mehrere Tage lang. "Der Kollege, der für die Bewässerung verantwortlich ist, stellt den Sprenger von einem kleinen Schaltschrank aus an", erklärt Wecke und zeigt das unscheinbare Teil, das versteckt im Unterholz am Wegesrand steht. "Durch den Bewuchs auf der Pyramide konnte er nicht sehen, dass es dort Probleme gibt." Also lief die Bewässerung täglich über drei Stunden und spülte das Kiesgemisch unter der Treppe weg.

Erst als drei Stufen umkippten und rechts und links davon ein Loch klaffte, wurde das Desaster sichtbar. 15 Stufen sind dadurch aus dem Lot geraten und teilweise unterspült, schätzt Wecke. "Die Last schiebt von oben", erklärt er. Die Fachleute haben den Schaden dokumentiert, informieren die Versicherung. Spätestens am Montag muss eine Notreparatur her. "Dienstag wird der nächste große Regen erwartet", sagt Wecke. Ohne Sicherung würde das Loch durch starken Regen weiterwachsen.

Die Höhe des Schadens sei derzeit nicht abschätzbar. "Das wird sich erst zeigen." Doch der Parkleiter erinnert sich, dass die Treppe, der aufwendigste Teil bei der Sanierung des Tumulus war. "Wir werden wohl längere Zeit mit einer Baustelle leben müssen", schätzt er. Bei der Gelegenheit geht es vermutlich auch der "stattlichen Population von Wühlmäusen" an den Kragen, die es sich in der Seepyramide eingerichtet haben. Wenigsten ist der Wein auf der Pyramide gut angewachsen.