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Ein Lichtschweif am Cottbuser Abendhimmel

Cottbus. Ein Vogel? Ein Flugzeug? Ein Superheld? Als RUNDSCHAU-Leser Jörg Friebe aus Cottbus am Freitagabend in den Nachthimmel blickt, sieht er einen Feuerball. 22.20 Uhr war es da. Daniel Schauff

Feuerwerk schließt Friebe aus, ein abstürzendes Flugzeug auch - dafür sei der Feuerball einfach zu schnell gewesen. Von Südsüdwest nach Nordnordost habe er sich bewegt, rund sechs Sekunden brannte er ab, immer kleiner werdend.

Friebe ist mit seiner Beobachtung nicht allein. In einem Astronomieforum im Internet berichten viele zur ähnlichen Zeit über die Sichtung der Feuerkugel - in Stralsund, in Berlin, in Rostock.

Mittlerweile gibt es eine Bestätigung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Eine Feuerkugel, also ein großer, besonders heller Meteorit, ist zwar kein einmaliges Schauspiel, allerdings selten, sagt Gerd Thiele, Leiter des Cottbuser Planetariums. Er selbst hat die Beobachtung am Freitagabend nicht gemacht, erklärt aber, dass es sich - je nach Helligkeit der Feuerkugel sogar um einen Boliden gehandelt haben könne. Das sei der hellste Meteorit und sei selbst ohne direkten Sichtkontakt zu sehen, ähnlich wie der Mond.

Noch seltener als die Feuerkugel am Cottbuser Nachthimmel ist ein Phänomen, das die gesamte Erde am Donnerstag erwartet. Dann schrammt ein hausgroßer Asteroid in nur 44 000 Kilometern Entfernung an der Erde vorbei und kommt ihr damit wesentlich näher als der Mond.

Planetariumschef Gerd Thiele hat allerdings schlechte Nachrichten für Hobbyastronomen: Zu sehen wird der Asteroid für die Menschen trotz seiner Nähe zur Erde leider nicht sein.