| 02:33 Uhr

Ein leidenschaftlicher Hobbybauer

Der leidenschaftliche Hobbybauer Thomas Sand bei der Heu-Ernte mit historischer Technik.
Der leidenschaftliche Hobbybauer Thomas Sand bei der Heu-Ernte mit historischer Technik. FOTO: Rudolf Fischer/rfs1
Zahsow. Es ist Heuerntezeit. Vielerorts sieht man gegenwärtig, wie das Heu auf den Feldern geborgen wird. Rudolf Fischer / rfs1

Recht unterschiedlich geht die Ernte vonstatten. So wird eine breit gefächerte Art von Techniken eingesetzt, von den modernsten bis zu den teils uralten Landmaschinen. In diesem Fall der Heubergung auf einer 1,2 Hektar großen Pachtfläche vor Kurzem in Zahsow nahe der Gulbener Straße wurden Maschinen und Transportmittel als technologische Verkettung eingesetzt. Sie wurden unmittelbar nach der Wende als bereits über Jahre bewährte, genutzte Technik erworben. Als Zugmittel bei der Bergungsaktion dient ein John-Deer-Traktor, der per Gelenkwelle mit einer einfach mechanisch funktionierenden Wenger-Ballenpresse verbunden ist, der schließlich als letzte Station ein einfacher Pritschenanhänger mit Bordaufbauten zur Ablagerung der Ballen anhängig ist. Und diese Technik ist ein echter Hingucker, weil sie einen wahrhaft nostalgischen Effekt ausstrahlt. Der stolze Fahrer ist der Ströbitzer Hobbybauer Thomas Sand, der gemeinsam mit seinem Ballenpacker die ganze Geräteverkettung bedient. Die Welger-Presse nimmt in der Fahrt durch Leitmechanismen den Schwad auf, verdichtet und presst das Heu und befördert es dann als Ballen nach oben zur Abnahme auf dem Anhänger.

"Ich bin eigentlich zufrieden mit diesem Verfahren, welches sich bereits über viele Jahre bewährt hat", bewertet der "Erntekapitän" seine Arbeitsweise. Die vorbereitenden Arbeiten wie die Grasmahd sowie das Wenden des geschnittenen Grases und Legen der Schwad werden von Thomas Sand ebenfalls mit älterer Technik bewältigt. Das Heu benötigt er für den Eigenbedarf, hauptsächlich für seine Pferde und Kühe. Die Instandhaltung und Wartung, nicht nur dieser Technik, hat Thomas Sand voll im Griff. Der 50-Jährige ist Hobbybauer aus Leidenschaft und von Beruf Elektriker bei der Bahn. Seine fünf Hektar Acker- und zehn Hektar Wiesenflächen sowie alles andere auf dem altehrwürdigen Vierseitenbauernhof mit den vielen Nebenflächen lassen ihm wenig Zeit für anderes. "Ohne die Hilfe meiner Frau würde alles nicht so gut laufen. Das ist für uns ein erfülltes Leben", erzählt der Ströbitzer, der in diesem Ortsteil mit noch einem weiteren Hobbybauern Landwirthaft als einziger in dieser Dimension betreibt. Besonderen Wert legt er auf die Bio-Bewirtschaftung seiner Acker- und Wiesenflächen. Er will nicht großflächig mit Kunstdünger bzw. Gülle düngen, Unkrautvernichtungsmittel spritzen. Bereits in der 6. Generation betreibt der Hobbybauer die Landwirtschaft in der Landgrabenstraße. Nach dem späteren Ausstieg aus dem Berufsleben möchte er sich ganz als Bauer der Landwirtschaft widmen.