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Ein Leben lang auf Hecht- und Karpfenjagd

Auch mit 84 noch aktiver Angler: Richard Diepelt.
Auch mit 84 noch aktiver Angler: Richard Diepelt. FOTO: Hirche/jul1
Neuhausen. Richard Diepelt hat die Neuhausener Ortsgruppe des Kreisanglerverbandes Cottbus-Land mit aufgebaut. Heute ist er 84 Jahre und geht kaum noch angeln. Der Senior erinnert sich an seine Anfänge als Angler: "Angeln war schon von Kindheit an meine Leidenschaft. Marion Hirche/jul1

Ich bin in Schlesien geboren, wenige Meter von der Oder entfernt. Dort war ich schon als Sechsjähriger beim Kühehüten zwischendurch Fische fangen." Nach seinem Einsatz in der Wismut kam Richard Diepelt 1955 in die Lausitz nach Neuhausen. Hier ist er dann 1956 in die Anglergruppe Gallinchen eingetreten. In dem Jahr hat er auch begonnen, sein eigenes Angelrevier mitzubauen. Er arbeitete am Bau des Stausees Bräsinchen mit.

Als ein paar Jahre später der Weg nach Gallinchen nicht mehr querfeldein ging, hat Richard Diepelt in Neuhausen eine eigene Anglergruppe gegründet: "Das war damals einfach. Wir brauchten einen Vorsitzenden, einen Schriftführer und einen Schatzmeister. Ich habe den Chefposten übernommen, Alfons Mausolf wurde Schriftführer und Dieter Paulick wurde der Mann fürs Geld. Bei der ersten Versammlung Anfang der Sechziger Jahre waren wir 15 Angler." 30 Jahre lang hat der heutige Senior die Gruppe geleitet. Auf 120 Mitglieder ist sie angewachsen.

Richard Diepelt hat in seinem Leben viel geangelt. "Ich bin meist auf Hecht gegangen, aber heute gibt es kaum noch Hechte. Damals waren Karpfen noch rar." Mit einem 4,5 Kilo schweren Hecht war er 1984 Sieger beim traditionellen Wettkampf "Jahresextraknüller" seiner Anglergruppe. Im Juni 1979 hat er einen 8 Kilo schweren Graskarpfen aus dem Stausee geholt, seine längsten gefangenen Fische waren ein fast meterlanger Hecht mit 13 Pfund, ein meterlanger Graskarpfen mit 33 Pfund und ein meterlanger Aal.

In der Wendezeit hat der heute 84-jährige seine Ämter abgegeben. Mit seinem Enkel Maik war er inzwischen auf Ostseesegeltörn und in Norwegen angeln, dem Freund seiner Enkelin Katja hat er viel Angelzubehör vererbt. Aber etwa zehn Ruten stehen noch in seinem Angelzimmer, natürlich einsatzbereit. "Man fängt heute aber nicht mehr soviel. Die Wasserqualität schlägt sich auch auf den Fischbestand nieder", klagt er.