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Ein Korb für die Lausitz Arena

Die White Devils kehren in die Lausitz Arena zurück: Max Jentzsch wirft schon mal einen lässigen Korb vor der Einweihungsrunde.
Die White Devils kehren in die Lausitz Arena zurück: Max Jentzsch wirft schon mal einen lässigen Korb vor der Einweihungsrunde. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. Die Cottbuser Sportstätte ist zu 95 Prozent ausgelastet. Demnächst vielleicht sogar noch ein wenig mehr. Denn die White Devils kehren nach zwei Jahren Abstinenz in ihre alte Wettkampfstätte zurück. Möglich macht das eine Investition von 20 000 Euro für eine neue Basketballkorbanlage. Peggy Kompalla

Ralf Zwoch schaut mit Genugtuung auf das Gerät. "Damit kann jetzt wieder jeder Sportart ein angemessener Platz für Wettkämpfe zur Verfügung gestellt werden", sagt der Chef des städtischen Sportstättenbetriebs. Von der kommunalen Sportanlage sollen möglichst alle Cottbuser profitieren. So versteht Zwoch seinen Auftrag. In der Halle wird Handball, Basketball, Fußball gespielt, daneben hoch dotierte Turniere ausgetragen: Das Springermeeting und das Turnier der Meister gehören dazu. Aber genauso wichtig sind für Ralf Zwoch die Wettkämpfe der Turner, Trampolinspringer, Showtänzer oder Tischtennisspieler.

Dabei weckt die Arena weit über die Stadtgrenzen hinaus Interesse. Sie ist das Flaggschiff des Sportzentrums, sitzt quasi mitten drin in einem Sport-Campus mit diversen Spezialhallen- und Stadien, Internat und der Lausitzer Sportschule. Hier wird Leistungssport auf Landes und Bundesebene unterstützt.

Nur wenige Minuten bevor die White Devils am Freitag in der Lausitz Arena zur Einweihung ein paar Körbe werfen, räumt die deutsche Handball-Nationalmannschaft der Gehörlosen das Feld. Die Sportler absolvieren ihr Trainingslager in Cottbus und nehmen sich dafür die Handball-A-Junioren der Lausitzer Sportschule zum Gegner. Die halten ordentlich mit. Das Testspiel am Freitag gewinnen die Cottbuser Junioren mit 33:32. Das bedeutet Gleichstand. Denn das erste Testspiel entschieden die Gehörlosen ebenfalls nur mit einem Punkt Abstand für sich.

Sogar internationale Gäste nutzen regelmäßig das Sportzentrum. So trainiert gerade die indische Nationalmannschaft im Radsport in Cottbus - beste Vorbereitung für den Großen Preis von Deutschland in zwei Wochen im Radstadion. "Es sind alles kurze Wege zu den Sportanlagen", sagt Zwoch. "Die Trainingsbedingungen sind ideal."

Das Flaggschiff wird aber nicht nur sportlich genutzt. So fand vor zwei Wochen die Bildungsmesse Vocatium in der Lausitz Arena statt. Vor einem Jahr hielt das Land Brandenburg auf dem Parkett seine Regionalkonferenz zur Kreisreform ab. Das weckt Begehrlichkeiten. Der Sportstättenchef beschwichtigt: "Wir wollen der CMT nicht das Messegeschäft wegnehmen." Gemeinsam mit dem Stadtmarketingverband sei man auf einem guten Weg zu einem passenden Konzept. "Wir haben Jugend und Sport im Fokus."

Dem Sportstättenbetrieb ist die Rückkehr der Basketballer in die Lausitz Arena einiges wert. Er übernimmt die Hälfte der Kosten für die neue Korbanlage, den Rest teilen sich Landessportbund, der Brandenburgische Basketball Verband und die Sparkasse Spree-Neiße. "Weil die alte Anlage nicht mehr der Norm entsprach, mussten die Basketballer in den vergangenen zwei Jahren in Sandow in einer Schulturnhalle spielen", erklärt Zwoch. Für die Zuschauer war da kaum Platz. Jetzt könnten 2000 Fans bequem die Spiele der Teufel verfolgen - wenn das nicht beflügelt.