Man kennt sich und war unter sich beim 20. Wohltätigkeitsball, zum dem der Cottbuser Lions Club am Samstag ins Radisson-Hotel eingeladen hatte. Aber nicht "Sehen und gesehen werden" lautete das Motto des Abends. Gemäß ihres Grundsatzes "We serve - wir dienen" ist der Ball neben einem gesellschaftlichen Ereignis vor allem eine Benefizaktion. Das betonte auch Club-Präsident Harald Renner in seiner Eröffnungsrede: "Nicht für jede Aufgabe in der Gesellschaft wird der Staat gebraucht. Vieles ist in Eigeninitiative und mit bürgerschaftlichem Engagement machbar." Als Serviceklub haben sich die Lions die Fürsorge für anderen auf die Fahne geschrieben, so Renner.

Bei aller Wohltätigkeit blieb der Ball dennoch ein Ball. Viele Damen erschienen in bodenlangen Roben, andere zeigten Bein, und auch Kleider im Vo-ku-hi-la-Stil waren zu bewundern. Frau präsentierte sich mal dekolletiert, mal rückenfrei und immer elegant, in klassischem Schwarz oder farbig und schimmernd.

Als "Promis" des Abends begrüßten auch die Cottbuser Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe - stilsicher im kleinen Roten - und der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Schulze die mehr als 200 Gäste. Schulze nutzte die Gelegenheit für Werbung für die heimische Braunkohle, während Marietta Tzschoppe den Lions für ihr Engagement in Cottbus dankte. Sie erinnerte daran, dass in der Stadt 16 000 Menschen mit Behinderung leben. Diese profitierten von den Benefizaktionen des Lions Clubs, so Tzschoppe.

Ein 35-köpfiges Hotelteam umsorgte die Ballgäste. Karina Storm von der Cottbuser Agentur Events Perfect wachte darüber, dass ihre Inszenierung des Fests reibungslos ablief. Moderatorin Jana Gebauer führte charmant durch den Abend. Die jungen Tänzerinnen der Ballettschule Werhun sowie das Hamburger Showpianisten-Duo David und Götz unterhielten die Gäste.

Simone Taube, die Eventmanagerin des Hotels, hielt während des Balls routiniert die organisatorischen Fäden in der Hand. Sie hatte vor allem den Zeitplan im Blick. Und auch Küchenchef Wolfhard Schorten schaute öfter auf die Uhr. Denn sein Menü war schon servierbereit, als noch Reden gehalten wurden. Doch der Koch ist Elend gewöhnt und Profi genug. Er weiß auch, mit gesprengten Zeitplänen umzugehen. "Wir Köche müssen improvisieren können. Und notfalls hab ich immer einen Plan B", versicherte der Küchenchef. Mit rund 30-minütiger Verspätung eröffnete Thomas Renner das Buffet. Auch wenn die Lions beim Essen aufs Geld schauen, um den Erlös für wohltätige Zwecke möglichst hoch ausfallen zu lassen, war es nicht gerade Hausmannskost, die Wolfhard Schorten und seine Mannschaft den Ballgästen kredenzten: Unter anderem konnte sich die Festgesellschaft gebeiztes Lachsfilet "Mojito" an Kräutersalat sowie Tiramisu mit Mango und Himbeermark schmecken lassen. Dunkle Schokolade sprudelte aus einem Brunnen. Und zu später Stunde gab es eine Eisparade in Traumschiff-Manier.

Die Kalorien konnten zur Musik der Leipziger Band "Jamtronic" sofort wieder weggetanzt werden. Schon bei den ersten Takten füllte sich die Tanzfläche.

Bis in die frühen Morgenstunden wurde im Radisson-Hotel gefeiert. Der Lions-Präsident war sehr zufrieden mit dem Ball "Allein durch den Losverkauf für die Tombola wurden 5400 Euro eingenommen", freut sich Harald Renner. Er ist zuversichtlich, dass der Wohltätigkeitsball mit dem Erlös aus dem Kartenverkauf insgesamt wieder rund 10 000 Euro für den guten Zweck eingebracht hat. Profitieren sollen davon das Cottbuser Frauenhaus und das Lehrer-Schüler-Projekt "Lions Quest". Außerdem wird von dem Geld ein Tastmodell der Cottbuser Innenstadt für Sehbehinderte angeschafft.