| 02:33 Uhr

Ein Jahr Arbeit für 354 gedruckte Seiten

Michael Greschow (links) und Steffen Lehmann.
Michael Greschow (links) und Steffen Lehmann. FOTO: Zielonkowski/ski1
Cottbus. Am Ende wurde es noch eine ziemlich knappe Geschichte für die drei Macher der Vereinschronik, in der auf die 70-jährige Drebkauer Sportgeschichte zurückgeschaut wird. So erinnert sich Michael Greschow an die letzten aufregenden Stunden bis zur Fertigstellung: "Wir haben zwar schon am Ende des Jahres 2015 die Idee geboren, den 70. Georg Zielonkowski / ski1

Gründungstag unserer Sportgemeinschaft zu nutzen, um ein solches Druckwerk zu erstellen. Bald danach haben wir begonnen, Schriftstücke, Fotos und Spielberichte zu sammeln. Da wir die so entstandene Chronik aber im Jubiläumsjahr zu unserem Nikolausmarkt den Leuten endlich anbieten wollten, war bei mir eine Schicht von Sonntag 5 Uhr bis zum Montag 11.30 Uhr nötig. Unterstützung erhielt ich in dieser Zeit von meinen Mitstreitern Steffen Lehmann und Olaf Kubale, die bis weit in die Nacht zum Montag mit dabei waren." Im Nachgang hat sich dieser Kraftakt aber als absolut sinnvoll erwiesen. Wurden doch beim erwähnten vorweihnachtlichen Markttreiben auf Anhieb 100 Exemplare der Chronik "Titel, Tore, Triumphe, Tragödien" verkauft.

Nachdem im Februar ein Aufruf zu Unterstützung des Projektes im Heimatblatt zu lesen war, wurden viele Zeitzeugen, die sich daraufhin gemeldet hatten, im Interesse einer möglichst lückenlosen Dokumentation aufgesucht. Wobei diese Begegnungen oft in ganz zeitaufwendige Termine ausuferten. "Weil ja unsere Senioren, wenn man schon mal auf die alten Zeiten zu sprechen kommt, gleich ganz viele Geschichtchen aus der damaligen Zeit parat hatten, die sie ja unbedingt auch erzählen wollten. Da sitzt man schon mal beim Abholen von ein paar Fotos drei Stunden am Tisch und hört gespannt und geduldig zu. Um so beispielsweise zu erfahren, wie es im Juni 1970 war, als die damalige BSG Einheit Drebkau nur dank eines treffsicheren Frank Schulze und des damit verbundenen besseren Torverhältnisses vor der ASG Vorwärts Cottbus-Süd Kreismeister wurde und in die Bezirksklasse aufstieg", erzählt der Dritte im Bunde der Drebkauer Chronisten, Steffen Lehmann. Um aber direkt anzufügen, dass große Teile des Schriftwerks Olaf Kubale zu verdanken sind, dem akribischen Sammler jedes auch noch so kleinen Zeitungs-Ausschnittes.

Einheit Drebkau bedeutete jedoch nicht nur Fußball. Deshalb wurde auch der Sektion bzw. der späteren Abteilung Kegeln ein komfortables Kapitel in der Chronik reserviert. In dem zu lesen ist, dass beim SV Einheit in den fünfziger Jahren in Böttchers Gaststätte lediglich eine Bahn für Training und Wettkampf gab und, dass erst im August 1992 eine Bahn mit automatischer Aufstellung in Betrieb genommen wurde. Michael Greschow gehörte zu den Kegelbrüdern, die 1996/97 unter dem Logo des SV Einheit Drebkau in der Regionalklasse unterwegs waren. Die höheren Weihen des Kegelsports erfuhr Greschow übrigens danach in der Kegelabteilung des ESV Lok Cottbus, wo er über Jahre zum Stamm der dortigen Zweitliga-Mannschaft zählte.

Große Teile dieses 354-Seiten-Druckwerks findet man übrigens auch auf der Doppel-DVD wieder, die Dieter Jahns mit vielen äußerst informativen Interviews zusammengestellt hat.