„Das wird ein kompliziertes Unternehmen“ , vermutet Günter Tenten, Projektentwickler bei Phoenix Development in St. Augustin. Man befinde sich noch in der Prüfphase. Schließlich baue man „nicht auf der grünen Wiese ein Objekt der eigenen Fantasie“ , so Tenten. Das Bauen in der Innenstadt erschwere die Arbeit immer. Hinzu kämen derzeit noch nicht vorliegende Ergebnisse eines neuen Einzelhandelsgutachtens sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen.
Offen sei auch, ob man in den vorliegenden und bestätigten Bebauungsplan einsteigen werde. Tenten sprach von einer Größenordnung von etwa 15 000 Quadratmetern Verkaufsfläche. „Man muss sehen, ob man damit wirtschaftlich zurechtkommt und auch schauen, was Mieter bereit sind zu zahlen.“ ECE wollte etwa 19 000 Quadratmeter vermieten. Tenten: „Möglicherweise rechnen sich kleinere Flächen nicht.“
Die Größe des Einkaufszentrum in der Stadtpromenade war und bleibt offenbar Knackpunkt der Diskussion. 15 000 Quadratmeter Verkaufsfläche, wie sie auch die Stadt jetzt als Größenordnung empfiehlt, seien „für eine Mall wohl das Minimum“ , sagt Dennis Barth, Geschäftsführer der Hamburger Procom. Er wage aber zu bezweifeln, „dass eine bloße Verkleinerung des ECE-Projektes wirkt“ . Möglicherweise, und das sei sein Ansatz, müsse man neu denken. Barth: „Wir schauen uns den Standort an, die Umfeldbedingungen.“
Bei einem „Projekt mit Historie“ wie dem von ECE sei es geraten, „von alten Ideen abzuweichen“ , so Barth. Das bedeutet auch, dass das Verfahren zum Bebauungsplan nochmals aufgenommen werden müsste. Möglicherweise können so auch die anhängigen Klagen gegen den vorliegenden Bebauungsplan umgangen werden. Gleichwohl würden sich alle Interessenten auch mal die ECE-Pläne ansehen wollen: „Das ist ein professionelles Unternehmen.“
Zurückhaltend bleibt die HBB Lübeck. Vor den Gesprächen mit der Stadt gehe man nicht an die Öffentlichkeit, so ein Sprecher.
Konkret wurde dagegen bereits die Hamburger Gesellschaft für Geschäfts- und Wohnbauten (GWB). Geschäftsführer Norbert Herrmann hatte schon im November vergangenen Jahres erklärt, in die ECE-Pläne einsteigen zu wollen. Das Einkaufszentrum solle 17 500 Quadratmeter Verkaufsfläche haben - weniger würde nach GWB-Auffassung den Einzugsbereich nicht ausreichend bedienen. Eine entsprechende Größe des neuen Zentrums sichere auch den benachbarten Kaufhof-Standort.
Daraufhin erklärten die Innenstadt-Händler, ihre Klagen gegen den Bebauungsplan aufrechtzuerhalten.

Hintergrund Erste Gespräche
 Oberbürgermeisterin Karin Rätzel, Baudezernentin Marietta Tzschoppe sowie die Vorsitzenden der Ausschüsse für Bau, Roland Schöpe (PDS), und Wirtschaft, Jörg Schnapke (CDU), werden voraussichtlich am 20. Januar die Gespräche mit den Interessenten führen.