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| 16:26 Uhr

Cottbuser Fitness-Parcours
Ein Höhepunkt für die Spreemeile

 Kinder stürmen die Kletterfelsen: Sie bilden die letzte Station der Spreemeile ganz in der Nähe der Kollwitz-Brücke.
Kinder stürmen die Kletterfelsen: Sie bilden die letzte Station der Spreemeile ganz in der Nähe der Kollwitz-Brücke. FOTO: Peggy Kompalla
Cottbus. Die achte und letzte Station des Cottbuser Trimm-Dich-Pfades ist am Mittwoch freigegeben worden. Vom Erfolg beflügelt, tüftelt der Stadtsportbund schon am nächsten Projekt. Von Peggy Kompalla

Manchmal hilft nur ein beherzter Griff an den Hintern. Erst durch diesen Extra-Schub von einer Freundin kommt am Mittwochvormittag ein Mädchen endlich auf den Absatz des neuen Kletterfelsens am Spreeufer. Eine Dreierformation bildet den Abschluss und Höhepunkt der Cottbuser Spreemeile auf einer Wiese in der Nähe der Kollwitz-Brücke. Der Trimm-Dich-Pfad ist vor fünf Jahren auf Initiative der Cottbuser Bürgerschaft entstanden und ohne jegliche öffentliche Förderung auf acht Stationen angewachsen. Der Stadtsportbund betreibt die Spreemeile und arbeitet längst an einem neuen Projekt. Der Erfolg soll sich fortsetzen.

Die Sonne scheint zwar am Mittwochvormittag, aber die Kälte zwickt an den Fingerspitzen. Den Kindern der Erich-Kästner-Grundschule ist das egal. Sie können es nicht abwarten, dass die Erwachsenen endlich das rote Band durchschneiden, das um zwei der drei Felsen geschlungen ist. Kaum geschehen, beginnt der Sturm. Die Felsen sehen zwar auf den ersten Blick harmlos aus. Aber beim Kletterversuch zeigt sich: So leicht ist es dann doch nicht. Ein flinker Junge sitzt oben und stellt plötzlich fest: „Ich komme nicht runter.“ Er ruft mehrmals. Dann recken sich ihm Hände entgegen und helfen ihm, sichere Tritte nach unten zu finden.

Sportlehrer Nico Wagner beobachtet das Treiben vom Rand. Er mischt sich nicht ein. „Sie müssen Lösungen finden. Wenn sie das selbstständig tun, ist es das Beste“, sagt er. „Das fördert den Zusammenhalt.“ Die Schule nutze die Spreemeile im Sommer gern als Abwechslung für den Sportunterricht, erzählt er. „Es ist gut, wenn die Kinder in der Natur sind und ihren Bewegungsdrang ausleben können.“ Die Felsen dürften nun eine Extra-Attraktion für die Schulkinder werden. „Das Klettern schult die Motorik und die Felsen sind auch eine Herausforderung“, sagt der Lehrer.

Das bestätigt Ragnar Nowak von der Lausitzer Felsenmanufaktur. Das Cottbuser Unternehmen hat die Formation gebaut. Dem Geschäftsmann gefällt der Standort. „Hier sind gleich mehrere Schulen und Kindergärten in der Nähe, genauso wie das Familienhaus.“ Er hofft auf Kletterer aller Generationen. Die Felsen seien nicht nur für Kinder geeignet. Auch Kletterprofis kämen auf ihre Kosten. „Die Felsen sind zum Bouldern da“, erzählt er. „Dabei absolvieren die Kletterer eine waagerechte Strecke.“ Die drei Felsen sind deshalb mit Seilen verbunden. Da ist Hangeln angesagt. Die Griffe im Felsen sind in den Beton eingelassen, stehen nicht ab – quasi wie im Gebirge.

Das Ergebnis überzeugt Tobias Schick. Der Stadtsportbundchef ist längst selbst größter Fan der Spreemeile, nicht nur weil der Stadtsportbund den Fitness-Parcours betreut. „Die Stationen werden bestens angenommen von allen Altersgruppen“, sagt er. Die Cottbuser fühlten sich mitverantwortlich für die Spreemeile. „Wir haben quasi keinen Vandalismus. Wenn kleine Reparaturen nötig sind, dann bekommen wir Meldung von den Anwohnern“, berichtet Tobias Schick.

Das registriert auch Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU), der sich Mittwochvormittag extra Zeit für die Einweihung genommen hat. Er blickt in die Runde. „Ein Sonderapplaus an die vielen Sponsoren, die mitgewirkt haben“, sagt er und betont: „Das ist alles ohne öffentliche Mittel entstanden.“ 20 Unternehmen aus Cottbus und Umgebung sowie viele Bürger haben die Spreemeile finanziert. Allein die letzte Station ist 30 000 Euro wert. Der Oberbürgermeister will das Engagement auch vonseiten der Stadt unterstützen und verkündet: „Wir wollen künftig die Pflege der Spreemeile übernehmen.“

Wie seine Idee gewachsen ist, freut den Cottbuser Bauunternehmer Gerd Mielke: „Es gibt nichts Schöneres, als für seine Heimatstadt etwas Dauerhaftes zu schaffen.“ Die Spreemeile bekommt demnächst Mitbewerber. Das verrät Stadtsportbundchef Tobias Schick: „Wir sind schon in den ersten Abstimmungen für die Ostseemeile in Merzdorf.“