"Ich bin im Bergbau tätig gewesen", erzählt Hans-Günter Netto. "Vor 20 Jahren war Schluss. Nur Rentner wollte ich nicht sein. So habe ich mich entschlossen, aus unserer alten Garage eine Gaststätte zu machen. Wir haben noch angebaut und der 20. Geburtstag unserer Tochter Victoria war dann der Eröffnungstermin." Sein früheres Leben hat natürlich auch Platz gefunden in der Gaststätte. In der Bergmannsecke stehen Grubenlampen, Zierbriketts und Bergmannsfiguren. Schon im Garten vor dem Garageneingang grüßen tierische Bergmänner, die eine Lore beladen.

Das Bergmannsinterieur ist aber nur ein Teil der Gestaltung. Auf der großen langen Wand gegenüber dem Tresen stehen Sprüche wie: "Es ist noch jemand früh gestorben, der bis ins hohe Alter geraucht und getrunken hat." Gaststätten-Chefin Ute Baudach erzählt: "Einer unserer Gäste hat so ein Schild aus dem Urlaub mitgebracht. Das haben wir hier angebracht. Damit ging es los. Über die Jahre kamen immer mehr zusammen." Damit nicht genug: Es gibt noch eine Sammlung: Tausende Kugelschreiber säumen die Wandkanten bis rauf zur Decke. Die Wände reichen längst nicht mehr aus. So zieren auch die überdachte Sitzecke draußen zahllose Kugelschreiber. "Ich habe eine Kiste mit Doppelexemplaren. Wenn mir jemand einen neuen Stift mitbringt, kann ich ihm einen als Dankeschön aus der Kiste geben", erzählt Hans-Günter Netto und verrät: "Wenn die Stimmung in der Gaststätte mal nicht gut ist, dann mache ich meist eine Umfrage, wie viel Kugelschreiber es insgesamt sind. Wer richtig rät, bekommt eine Flasche Sekt." So viel sei verraten: Es sind längst mehr als 10 000.

Es ist aber nicht nur die Ausstattung, die die Garage einmalig macht, sondern auch die Veranstaltungen. Es gibt regelmäßig Dart-, Skat- und Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Turniere. "Da haben wir Stamm-Teilnehmer und Gelegenheits-Besucher. Wir führen Buch und am Ende des Jahres gibt es Pokale", erzählt der Chef.

Eine feste Größe sind die Märkte am Sonntag des Brunnenfestes. Anfangs waren es immer Trödelmärkte. Aber in diesem Jahr wird es nun schon zum zweiten Mal mit Unterstützung des Drebkauer Unternehmerinnenstammtisches einen Handelsmarkt "regional" geben. Im Fokus stehen dabei Produkte aus der Region. Ute Baudach und ihre Helferinnen haben schon zahlreiche Anbieter verpflichtet, sind aber noch offen für weitere Direktvermarkter.

Garagen-Höhepunkte sind die Eisbeinessen-Tage, wofür Hans-Günter Netto in der Feldküche schwitzt. "Zum Eisbein mache ich einen ganz besonderen Sud mit 18 Kräutern", berichtet er und lacht: "Dafür habe ich schon vorher massenhaft Bestellungen. Alle wollen neben dem Eisbein, vor allem den Sud." Das Garagen-Team hält seine Stammgäste sogar mit Sonderfahrten bei Laune. "Einmal im Jahr laden wir unsere Gäste zu einem Ausflug ein", verrät die Chefin. "Wir waren schon am Bärwalder See, beim Weinfest in Zielona Góra und auf der Festung Königsstein."