ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:38 Uhr

Ein Findling für den Maler des Lichts

Steinmetz- und Bildhauermeister Maik Brunzel mit dem von ihm geschaffenen Gedenkstein für Carl Blechen.
Steinmetz- und Bildhauermeister Maik Brunzel mit dem von ihm geschaffenen Gedenkstein für Carl Blechen. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Die Carl-Blechen-Gesellschaft widmet dem 216. Geburtstag des großen deutschen Landschaftsmalers mit Cottbuser Wurzeln gleich zwei Ehrungen. Am Dienstag, 29. Juli, soll vormittags ein Gedenkstein feierlich enthüllt werden. Den Tag beschließt ein Salonabend im Schloss Branitz. Ulrike Elsner

Noch lagert der rosa schimmernde Findling mit dem Namenszug und den Lebensdaten Blechens im Hof des Cottbuser Steinmetz- und Steinbildhauermeisters Maik Brunzel. Ein stilisierter Pinsel und ein kleines reliefartiges Porträt schmücken den schlichten Stein. Am kommenden Dienstag, 10.30 Uhr, soll er am Eingang zum Blechen-Park in der Nähe der Bushaltestelle Sandow-Mitte feierlich eingeweiht werden. Mit dieser Aktion will die Carl-Blechen-Gesellschaft dazu beitragen, die Erinnerung an den berühmten Cottbuser wachzuhalten. Auch der 55. Salonabend unter dem Motto "Die Harzreise von Carl Blechen und Heinrich Heine" am 29. Juli, 18.30 Uhr, im Musikzimmer des Schlosses Branitz ist dem Geburtstag des Malers gewidmet. Es lesen Edda Stranz und Gisela Freitag. Musikalisch begleitet werden sie von Wilfried Wilke.

"Carl Blechen gehört zu den richtungsweisenden Malern des 19. Jahrhunderts", betont Marion Bahrke, stellvertretende Vorsitzende der Carl-Blechen-Gesellschaft. "Sein künstlerisches Werk wurde von den Zeitgenossen zum einen mit Begeisterung aufgenommen, zum anderen lösten seine Bilder, die die klassische Vorstellung von Landschaftsmalerei weit hinter sich ließen, kontroverse Diskussionen aus." Erst die Jahrhundertausstellung 1906 in der Nationalgalerie Berlin habe zur Neuentdeckung des Künstlers und zur Begründung der Blechen-Sammlung in seiner Geburtsstadt Cottbus geführt. Heute ist er in allen großen Sammlungen vertreten. Die Blechen-Gesellschaft wolle den Geburtstag des Malers nutzen, um einmal mehr auf seine Bedeutung hinzuweisen, betont Marion Bahrke.

Mit der Einweihung des Gedenksteins am Eingang zum Blechenpark findet ein jahrelanges Bemühen um einen Ersatz für die 2008 gestohlene von Jürgen von Woyski geschaffene Statue des Malers seinen Abschluss. "Es handelt sich um eine bürgerschaftliche Initiative, die wir unterstützt haben und die nicht hoch genug zu würdigen ist", stellt Kulturamtsleiter Bernd Warchold fest. Die Plastik zu reproduzieren, sei nicht möglich gewesen. Sie war ein Unikat, und es gab keine Gussformen mehr.

Um das Werk Carl Blechens bekannt zu machen und lebendig zu halten, veranstaltet die Blechen-Gesellschaft regelmäßige Salonabende, Exkursionen und Gesprächsrunden. "Unter unseren Mitgliedern sind leider nur sehr wenige Cottbuser", stellt Marion Bahrke fest. "Aber wir haben Mitglieder aus dem gesamten Bundesgebiet, da wir die einzige Gesellschaft sind, die sich der Aufarbeitung des Erbes Blechens stellt." Vor mehr als 100 Jahren habe der damalige Oberbürgermeister Paul Werner mit dem Kauf einiger Werke des "Malers des Lichts" den Grundstock zur heutigen umfangreichen Cottbuser Sammlung gelegt.

Eintritt zum Salonabend: acht Euro, für Mitglieder der Blechen-Gesellschaft: vier Euro