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| 01:05 Uhr

Ein Ferienlager voller neuer Freunde in Zielona Góra

Gerade zu Hause angekommen, steht für einige Teilnehmer jetzt schon fest, dass sie im nächsten Jahr wieder beim Feriencamp in Polen dabei sein werden.
Gerade zu Hause angekommen, steht für einige Teilnehmer jetzt schon fest, dass sie im nächsten Jahr wieder beim Feriencamp in Polen dabei sein werden. FOTO: Foto: Jürgen Kaffka
Cottbus.. „Raze w Europie“ , steht auf den europablauen T-Shirts, die eine Gruppe Cottbuser Kinder und Jugendliche tragen, als sie gestern Mittag aus dem Zug aus Richtung Guben springen. Eltern und Geschwister erwarten sie bereits auf Bahnsteig Nummer zehn. Peggy Kompalla

Für die 55 jungen Leute ist der polnische Spruch „Gemeinsam in Europa“ mehr als nur eine Werbeslogan. Sie haben in den vergangenen zwei Wochen bei einer Deutsch-polnischen Begegnung in Zielona Góra nicht nur jede Menge erlebt, sondern vor allem auch neue Freunde gefunden. An dem Camp nahmen insgesamt 120 deutsche und polnische Jugendliche zwischen zwölf und 25 Jahren teil. Organisiert wurde es vom Deutsch-polnischen Verein Cottbus und der Polnisch-deutschen Regionalgesellschaft Zie lona Góra, die seit 1998 gemeinsam solche Workcamps ausrichten.
„Ich war schon im letzten Jahr dabei“ , erzählt der 13-jährige Tobias Kalmbach. Seine Stimme klingt noch ein wenig kratzig, doch die Erkältung konnte ihm auch die letzten Ferienlagertage nicht vermiesen. „Es war ganz lustig“ , sagt er. Vanessa Hake war dagegen zum ersten Mal dabei. „Eine Freundin hat mich gefragt, ob ich nicht mitkommen will“ , erinnert sich die Elfjährige. Sie hat viele Freunde gefunden. „Wir werden uns schreiben“ , erzählt sie. Am besten habe ihr an dem Camp gefallen, dass man so viele verschiedene handwerklichen Sachen ausprobieren konnte: Glasmalerei, Töpfern, Papierblumen basteln. Ein neues Talent hat Vanessa bei Jósef dem Holzschnitzer entdeckt. Als Andenken hat sie ein langes Holzgesicht aus einer Planke geschnitzt. Das kommt als Erinnerung an die Wand.
Aber nicht nur die Kinder sind von dem Ferienlager-Fieber angesteckt, auch Betreuerin Martina Henze vom Verein sprüht noch vor lauter Erlebnissen, auch wenn sich die Müdigkeit von der Zugfahrt und der kurzen letzten gemeinsamen Lagernacht in ihre Glieder schleicht. „Dieses Flair von Ochla kann ich gar nicht beschreiben“ , ringt sie mit Worten. Also holt sie ein selbst gebasteltes Fotoalbum heraus. Die Bilder sollen erzählen. Im ethnografischen Museum in Ochla fanden alle Workshops statt, es liegt nur einen kurzen Fußmarsch vom Internat in Zielona Góra entfernt. „Die Kinder haben nicht mal einen Tag gebraucht, um sich kennen zu lernen“ , erzählt die Betreuerin. An der Tischtennisplatte verschwanden die anfänglichen Schüchternheiten schnell. „Für die Kinder ist die Sprache gar kein Problem“ , weiß Anna Engelmann, Projektleiterin des Deutsch-polnischen Vereins. „Der europäische Gedanke ist bei den Jugendlichen vollzogen.“ Die jungen Leute konnten in dem Ferienlager frei entscheiden, an welchen Workshops sie sich beteiligen wollten, es gab keine Teilung nach Alter oder Nationalität. Doch es gab auch einen Sprachkurs. Den führte Anna Niezurbida, sie ist Deutschlehrerin. „Es kamen immer so um die 15 Freiwillige“ , sagt sie. Die Ergebnisse nach den zwei Wochen haben Ania, wie sie von allen genannt wurde, sehr gefreut. „Die Kinder konnten sich selbst vorstellen, ein Gespräch beginnen und Fragen stellen.“
Das nächste Projekt des Deutsch-polnischen Vereins ist auch schon in Arbeit: „Wir planen im nächsten Jahr einen Sprachkurs für polnische Schüler, die hier in Cottbus in Gymnasien richtig am Unterricht teilnehmen“ , verrät Anna Engelmann.