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Ein bisschen wie Piplica

Das neue Fußballtor steht. Die Kinder des Käthe-Kollwitz-Hauses strahlen über das Geschenk der RUNDSCHAU.
Das neue Fußballtor steht. Die Kinder des Käthe-Kollwitz-Hauses strahlen über das Geschenk der RUNDSCHAU. FOTO: Foto: Mario Behnke
Christian möchte ein bisschen wie Piplica sein. Der Torhüter von Energie Cottbus ist das sportliche Vorbild des Jungen. Eine Grundlage für die Erfüllung seines Ziels ist gestern geschaffen worden: Auf dem Hof des Käthe-Kollwitz-Hauses wurde ein nagelneues Fußballtor errichtet. Zur Feier des Tages hatte Christian sein „bestes Stück“ , das grüne Dress mit der Aufschrift „Piplica“ übergestreift. Von Hannelore Grogorick

Während er mit dem roten Ball in der Hand darauf wartet, endlich der Herr im neuen Gehäuse zu sein, schuften Stiven und Michel noch. Mit Schubkarre und Harke bringen sie Sand in die Zwischenräume des Unterbaus.
„Das Tor steht fest“ , sagt Jan Lehmann von der Cottbuser Baufirma Galle. Mit einem Kollegen hat er am Donnerstag das Tor im Erdboden einbetoniert. „Ein Kubikmeter Beton müsste reichen, damit das Tor allen Schüssen standhält. Bestimmt trainiert hier der Fußballnachwuchs für die WM 2006“ , lacht er. Den Beton hat seine Firma gesponsert. Die Cottbuser Malerin Anette Lehmann-Westphal, die für freundliche bunte Flure im Haus sorgte, ist die Tante von Jan Lehmann. „Sie hatte mich mal angesprochen, und um Unterstützung gebeten“ , erzählt der junge Meister. „Meinen Chef zu überzeugen war ganz einfach. Unsere Firma ist nicht erst seit gestern in der Gegend angesiedelt. Wir wollen uns einbringen und was für die Menschen unserer Region tun.“
Das gleiche Motiv war Grund für die RUNDSCHAU, vor Monaten eine soziale Patenschaft über das Haus zu übernehmen. Nachdem sie dazu beigetragen hatte, dass die Malerin genügend Farben und Pinsel zum Verschönern der Räume hatte, bezahlte sie nun das Fußballtor.
Damit wurde den Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 15 Jahren ein großer Wunsch erfüllt. Die meisten der 22 Bewohner des Kollwitz-Hauses in der Puschkinpromenade spielen gern Ball. Sogar Jaqueline. „Aber bloß, wenn die Großen nicht da sind. Wenn die den Ball schießen, da fällt einem ja bald der Kopf ab“ , lacht die Elfjährige. Patrik hat zu seinem Geburtstag in der vorigen Woche extra einen Fußball geschenkt bekommen. Allerdings will er den noch schonen und erst damit spielen, wenn nicht mehr so großer Andrang vor dem Tor herrscht.
Gespielt kann nun schon werden, eingeweiht wird das neue Tor aber erst am morgigen Mittwoch. „Da gibt es Zeugnisse und wir wollen das Tor mit einer Fete einweihen“ , sagt Hausleiterin Irmtraud Meyer. Zufrieden strahlt auch Reiner Brülke. Der Hausmeister hat das Fundament vom alten, wackligen Tor beseitigt und die Grube für das neue Fundament ausgehoben. „Pünktlich zu Ferienbeginn steht das Tor. Das ist toll“ , sagt er. Nein, er selber spiele nicht mit. Aber die Zivis würden gern mal mit den Kindern bolzen.
Ein Wunsch ist erfüllt. Nun träumen die Mädchen und Jungen weiter: Ein toller Rasen vor dem Tor wäre gut. Und ein Netz über die Mauer zur Straße hin bestimmt nötig.
Erstmal genießen sie nun aber ihre Ballspiele mit dem neuen Tor. Und die Wand dahinter wird in absehbarer Zeit auch noch bunter und schöner. „Frau Lehmann-Westphal hat unser Haus ja schon zu einem Märchenschloss umgestaltet. Nun will sie die Mauer noch bemalen. Ein Stück davon ist bereits fertig, der Rest soll bald auch so schön werden“ , sagt Hausleiterin Irmtraud Meyer.

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