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| 02:34 Uhr

Ein Beinbruch mit Folgen

Grit Gärtner (li.) und Inna Perkas mit einem Bild der letzten Ausstellung
Grit Gärtner (li.) und Inna Perkas mit einem Bild der letzten Ausstellung FOTO: Andrea Hilscher
Cottbus. Kennengelernt haben sie sich eigentlich nur, weil Inna Perkas sich ein Bein gebrochen hatte. Aus dieser kleinen Katastrophe ist dann eine tiefe Freundschaft erwachsen – und das gemeinsame Engagement für Kinder in Not. Andrea Hilscher

Grit Gärtner ist Physiotherapeutin, leitet eine große Praxis in der Lieberoser Straße. Als die Diplom-Biologin Inna Perkas sich vor einigen Jahren das Bein brach, kam die Therapeutin regelmäßig zu Hausbesuchen vorbei. "Es ist ja ganz selten, dass man als Erwachsener noch Menschen kennenlernt, denen man sich so öffnen kann" erzählt Perkas begeistert. Bei ihr und Grit Gärtner jedenfalls sei der Funke schnell übergesprungen.

Immer wieder trafen sich die beiden Frauen und sprachen dabei auch über das Glück, gesund zu sein. Besonders das Schicksal kranker oder behinderter Kinder ging ihnen sehr nahe und so suchten sie nach Möglichkeiten, zu helfen. "Nach und nach kristallisierte sich die Idee heraus, dass wir gemeinsam Ausstellungen organisieren und die Besucher um Spenden für verschiedene Hilfsorganisationen aus Cottbus bitten", so Inna Perkas.

Sie selbst stammt aus der Ukraine, lebt seit zehn Jahren in der Region. Ihr Hobby, die Malerei, hat in den vergangenen Jahren immer mehr Raum in ihrem Leben eingenommen, inzwischen studiert die Biologin an der Berliner Akademie für Malerei.

Grit Gärtner dagegen ist selbst keine Künstlerin. "Aber in meiner Physiotherapie habe ich genügend große Räume, um Kunst ausstellen zu können", sagt sie.

Regelmäßig organisieren sie und ihre Freundin jetzt kleine Werkschauen in den Praxisräumen. Unter dem Titel "Kunst hilft" waren auch die Bilder von Inna Perkas zu sehen. "Grit ist froh, dass meine abstrakten Bilder bei der nächsten Ausstellung durch Fotografien ersetzt werden", erzählt die Malerin lächelnd.

Ab September sollen Unterwasserfotografien von Peter und Kristin Thorausch ausgestellt werden. Der Erlös der Spendensammlung soll dann an den Cottbuser HNO-Spezialisten Prof. Thomas Eichhorn gehen, der regelmäßig Krankenhäuser in Georgien oder der Ukraine unterstützt. "Wir haben auch schon für das Eltern-Kind-Haus gesammelt, wollen der Spreeschule helfen, der Kinderklinik und dem Kinderheim", zählt Grit Gärtner ihre nächsten Projekte auf. Befreundete Künstler aus der Region zeigen ihre Werke, Musiker treten ohne Gage auf, um auf diese Weise zu helfen.

Es gehe dabei nicht darum, große Kunst zu zeigen oder riesige Summen zusammenzubekommen. "Uns ist jeder Gast willkommen, auch Menschen, die gar nichts spenden", erklärt Inna Perkas. Wichtig ist den Frauen, dass Menschen zusammenkommen, die sich des Glückes bewusst sind, dass sie im Leben haben. Gesund sein, gesunde Kinder haben, ohne Angst leben können. "Das muss man sich einfach ab und an klarmachen", so glauben die Frauen. Wenn dann irgendwann aus diesen Gedanken der Wunsch zu helfen erwächst - um so besser.

Die nächste Ausstellung wird am 27. September, 11 Uhr, unter dem Titel "Unterwasserwelten" in der Lieberoser Straße 35/36 eröffnet.