Von Peggy Kompalla

Ab dem Sommer wird rund um den Cottbuser Bahnhof deutlich mehr los sein. Kein Wunder: Werden doch künftig Busse und Straßenbahnen direkt vor das Empfangsgebäude vorfahren. Das bedeutet aber auch neue Kreuzungen und neue Wege. Die RUNDSCHAU ist gemeinsam mit Bau- und Verkehrsfachleuten der Stadt auf einen Baustellenrundgang gegangen, um herauszufinden, welche Veränderungen Fußgänger, Rad- und Autofahrer erwarten.

Der Spaziergang führt vom Bahnhofsberg zur Bahnhofskreuzung und schließlich in die Vetschauer Straße. Abhängig von der Wetterlage werden die Autos voraussichtlich ab März wieder auf zwei Spuren über den Bahnhofsberg fahren. „Das wird das Erste nach dem Winter“, erklärt Projekkoordinatorin Andrea Brede-Tann. Dafür müssen zunächst die Überfahrten zurückgebaut und die Asphaltschicht erneuert werden.

Mit der größten Skepsis warten die Cottbuser darauf, welche Auswirkungen die Kreuzung der Straßenbahn mit der Fahrbahn auf dem Bahnhofsberg haben wird. Der Mast für Andreaskreuz und Ampel steht bereits. Ein rotes Signal wird die Autos anhalten, wenn alle siebeneinhalb Minuten eine Straßenbahn kommt. Baustellenleiter Maik Hauzenberger erklärt: „Bei Rot schalten die Ampeln unten an der Kreuzung automatisch auf Grün, damit der Verkehr abfließt.“ Weil die Kreuzung stadtauswärts künftig eine Spur mehr haben wird, kommen auch mehr Fahrzeuge durch. In Stoßzeiten könne es an dieser Stelle zu einem Rückstau kommen. Doch das Halteintervall sei deutlich kürzer als an einer normalen Ampel – analog der Straße der Jugend oder der Thiemstraße.

An dieser Stelle gehen Radfahrer (rot) und Fußgänger (grau) getrennte Wege. Für Radfahrer gibt es ebenso wie für die Autofahrer ein paar Meter früher eine rote Ampel mit Andreaskreuz. Die Fußgänger gehen ein Stück den Berg hinab und werden mit einem Schild „Vorrang beachten“ und einem gelb blinkenden Warnsignal auf die Straßenbahn aufmerksam gemacht – wie in der Stadtpromenade.

Diese Stelle kreuzen Straßenbahnen künftig maximal elf Mal in der Stunde – je nach Verkehrsplan nehmen ein oder zwei Linien diesen Weg. Das bedeutet im Schnitt alle fünf Minuten. Fußgänger und Radfahrer werden mit einem Schild auf die Bahn hingewiesen. Signale seien nicht nötig, da das Umfeld sehr gut einsehbar sei. Busse nutzen diese Bahntrasse nicht. „Sie ordnen sich ganz normal in den Verkehrsstrom auf der Straße ein“, erklärt Robert Fischer von Cottbusverkehr. Das bedeutet also keine zusätzlichen Wartezeiten, obwohl der Regional- und Stadtbusverkehr über den Bahnhof geleitet wird.

Diese Kreuzung hat sich kaum verändert. Für Fußgänger und Radfahrer bringt sie aber mehr Komfort. So haben Fußgänger bereits heute schon zwei Warteflächen auf der Kreuzung, und Radfahrer werden ohne Holper neben diesen Warte-Inseln vorbeigeführt. Dafür verlieren die Autofahrer auf der Vetschauer Straße in Richtung Stadtring eine Spur. Künftig gibt es zwei Fahrspuren für Linksabbieger und nur noch eine kombinierte Spur geradeaus und rechts.

Entlang der Vetschauer Straße dürfen Radfahrer künftig ganz offiziell in beide Richtungen unterwegs sein. Diese Kreuzung ist die direkte Einfahrt zum Bahnhof und bekommt wie früher eine Ampel, die auch die kurz dahinter kreuzenden Straßenbahnen regelt. Die Bahnen nehmen diesen Weg laut Cottbusverkehr elf Mal die Stunde – also alle fünf Minuten. Fußgänger und Radfahrer betreten dann eine Mischfläche, wo sich alle arrangieren müssen – inklusive Straßenbahnen. Ab hier gibt es keine Warnsignale. Umsicht ist gefragt.

„Das ist wie auf dem Alex in Berlin. Da fährt die Bahn auch mitten über den Platz“, sagt Maik Hauzenberger. Die Radfahrer erreichen kurz dahinter gleich die Fahrradständer. Wer mit dem Rad weiter die Vetschauer Straße nehmen will, wird auf die gegenüberliegende Seite geführt. Dort gibt es keine Ampel, da die Straße an der Stelle einspurig wird – im Gegensatz zu früher. Nach der Einfahrt verlaufen die Gleise parallel zur Fahrbahn. Die frühere Kreuzung mit der Straße etwas weiter die Vetschauer hinauf wird zurückgebaut.