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| 02:44 Uhr

Ein Bahnhof wird 20 Jahre alt

Zehn Tonnen Briketts hat der Parkeisenbahn im Mai 2001 die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie gesichert. Dem Förderverein half das damals aus einer Brennstoffmisere, nachdem die Laubag die Kohlelieferung eingestellt hatte. Derzeit ist die Dampflok der Parkeisenbahn zwar in der Werkstatt, aber in der nächsten Saison könnte Kohle am Bahnhof Sandower Dreieck wieder gebraucht werden.
Zehn Tonnen Briketts hat der Parkeisenbahn im Mai 2001 die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie gesichert. Dem Förderverein half das damals aus einer Brennstoffmisere, nachdem die Laubag die Kohlelieferung eingestellt hatte. Derzeit ist die Dampflok der Parkeisenbahn zwar in der Werkstatt, aber in der nächsten Saison könnte Kohle am Bahnhof Sandower Dreieck wieder gebraucht werden. FOTO: Jürgen Kaffka
Cottbus. Mit dem zweiten Kinder- und Familienfest am Samstag, 5. September, feiern die Cottbuser Parkeisenbahner den 20. Geburtstag des Bahnhofs Sandower Dreieck. Zur Bundesgartenschau 1995 war der Bahnhof eröffnet worden. Annett Igel-Allzeit

Es lohnt sich, den Bahnhof Sandower Dreieck mit seiner Technik genauer in Augenschein zu nehmen. Fünf Gleise hat er und einen für Parkbahnverhältnisse großen Rangierbereich. Auch der Förderverein der Parkbahn hat hier seinen Sitz. Alle Bahnen müssen hier "Kopf machen". Das Ein- beziehungsweise Ausfahrgleis führt stets zum "Stadion der Freundschaft".

Das Gleisbildstellpult der Bauform DR GS II sp 64 a sichert das Fahren und Rangieren. Es arbeitet nach einem Zwei-Tasten-Prinzip. Starttaste und Zieltaste müssen bestätigt werden, wenn eine Fahrstraße festgelegt wird. Es gibt Druck- und Zugtasten. Der Stand der Zählwerke wird im Arbeitsbuch festgehalten.

Sobald ein Zug den Kontakt überfährt, wird die Strecke automatisch als besetzt gemeldet. Die Freimeldung wiederum erfolgt manuell. Die sechs Lichtsignale stammen von Grubenbahnen, zugleich sind zwei Rangiersignale vom Typ Ra 11a und eine Gleissperre im Einsatz.

Als der Bahnhof Sandower Dreieck im Jahr 1995 zur Bundesgartenschau eröffnet wurde, hatte die Cottbuser Parkeisenbahn schon vier Jahrzehnte auf dem Buckel: 1954 war sie als dritte Pioniereisenbahn der DDR gestartet - gleichzeitig mit der Eröffnung des Tierparks.

In den ersten Jahren führte die Strecke vom Bahnhof "Freundschaft" im Eliaspark zum Tierpark. 1958 konnte der Abschnitt nach Branitz eröffnet werden - bis zum Bahnhof Friedenseiche, der heute Park und Schloss Branitz heißt. Wie der Bahnhof Sandower Dreieck kam auch der Bahnhof Stadion der Freundschaft - zuerst als Haltepunkt Messe - nach der politischen Wende dazu.

Das Kinder- und Familienfest am 5. September startet um 13 Uhr am Sandower Dreieck. Und weil dieser Bahnhof nun 20 Jahre alt ist, warten auch 20 Attraktionen vor allem auf die jungen Besucher. Der Förderverein der Parkeisenbahn und Cottbusverkehr haben ein Programm mit zahlreichen Mitmachangeboten sowie Sport- und Spielmöglichkeiten zusammengestellt, kündigst Ralf Thalmann, Geschäftsführer der Cottbusverkehr GmbH, an. Neben einer Mal- und Bastelstraße wird die Verkehrswacht einen Elektroauto-Parcours aufbauen. Profis des FC Energie und Spieler der White Devils Cottbus kommen zu einer Autogrammstunde. Und kein Geringerer als der Sandmann - er hat schon fast alle Fortbewegungsmittel ausprobiert - lädt die Besucher des Festes zu Rundfahrten ein. Auch eine umfangreiche Ausstellung zur Geschichte der Cottbuser Parkeisenbahn - erst 2014 hatte der Verein ihren 60. Geburtstag gefeiert - kann am Sandower Dreieck besichtigt werden. Denn nicht nur die Strecke wuchs in den Jahren. Auch der Lok- und Wagen-Fuhrpark erweiterte und veränderte sich, und mit verschiedenen Partnern konnte die Technik eingebaut und modernisiert werden. Unter den 80 Vereinsmitgliedern sind rund 30 Kinder und Jugendliche. Sie sind keine Pioniere, aber sie lernen als junge Parkeisenbahner viel über Technik und Verantwortung. Gefeiert wird am Samstag am Sandower Dreieck von 13 bis 18 Uhr.