| 17:29 Uhr

Eigentümer zahlen Feuerwehreinsatz

Das Auspumpen vollgelaufener Keller wie hier in Schmellwitz ist für die Feuerwehren nach Starkregen Routine.
Das Auspumpen vollgelaufener Keller wie hier in Schmellwitz ist für die Feuerwehren nach Starkregen Routine. FOTO: Sven Hering
Cottbus. Für die Feuerwehren der Region ein bekanntes Szenario: Nach einem Unwetter mit Starkregen müssen sie vielerorts ausrücken, um mit Niederschlagswasser vollgelaufene Keller oder Gebäude vom Wasser zu befreien. Die Pumpen laufen dann gewöhnlich im Dauereinsatz. Rüdiger Hofmann

Einen der größten Einsätze in diesem Sommer gab es bislang Anfang Juli, wonach die Leitstelle Lausitz rund 300-mal wetterbedingt binnen 24 Stunden ausrücken musste. Besonders stark traf der Dauerregen vor etwa einem Monat den Dahme-Spreewald-Kreis, den Raum Burg/Vetschau sowie Spremberg. Doch wer kommt überhaupt für all diese Einsätze finanziell auf? Und was kosten die Einsätze?

"Nach dem Brandenburgischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz sind Eigentümer, Besitzer oder sonstige Nutzungsberechtigte eines Gebäudes, aus dem Wasser entfernt wurde, verpflichtet, die entstandenen Kosten für den Einsatz der Feuerwehr zu tragen", sagt René Bansen von der Feuerwehr Cottbus auf Nachfrage der RUNDSCHAU. Das Gesetz existiert seit dem 24. Mai 2004. Den Eigentümern des jeweiligen Gebäudes werde der Einsatz der Feuerwehr also in Rechnung gestellt, wobei jeder Einzelfall geprüft werden kann. Das gelte sowohl für die kreisfreien Städte wie Cottbus als auch für kleinere Orte wie Drebkau (Spree-Neiße) oder Schlieben (Elbe-Elster) in den Brandenburger Landkreisen.

Die Satzungen sind unterschiedlich. In der Stadt Cottbus wird die Höhe der Kostenpflicht durch die Satzung über den Kostenersatz und die Gebührenerhebung für Leistungen der Feuerwehr der Stadt Cottbus geregelt, wie die Leitstelle mitteilt. Hierbei erfolge eine minutengenaue Abrechnung von Fahrzeugen und Einsatzkräften.

"Ein Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) kostet pro Minute 0,90 Euro", sagt Bansen. Eine Einsatzkraft im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst kostet 0,74 Euro pro Minute. Die Normbesatzung eines HLF bestehe aus sechs Einsatzkräften. Setzt man also beispielsweise für einen Feuerwehreinsatz die Dauer von einer Stunde und sechs Kameraden an, ergeben sich insgesamt Kosten in Höhe von rund 320 Euro. Bei drei Stunden kann man bereits von fast 1000 Euro ausgehen.

Im Jahr 2016 musste die Cottbuser Feuerwehr 28-mal infolge vollgelaufener Keller ausrücken, um das Wasser abzupumpen. "Hier sind allerdings auch Einsätze beinhaltet, wo Wasser entfernt wurde, dessen Ursache infolge eines technischen Defektes vorlag, zum Beispiel durch eine geplatzte Rohrleitung", sagt René Bansen. In diesem Jahr seien es bisher 13 Einsätze gewesen.

Doch die Wettervorhersagen deuten bereits jetzt an, dass Unwetter auch in den kommenden Wochen wieder zu einem verstärkten Einsatzaufkommen der Feuerwehren führen werden. Die Leitstelle warnt daher die Bevölkerung und bittet, rechtzeitig vorzusorgen und Eigentum vor Extremwetterereignissen zu schützen, um damit auch die Kameraden der Feuerwehren zu unterstützen.

Oberste Priorität für die Berufsfeuerwehr wie die freiwilligen Feuerwehren hat auch bei wetterbedingten Gefahrenlagen aber immer der "Schutz vor Gefahren für Leib, Leben und Gesundheit".