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| 10:53 Uhr

Flugplatz Drewitz
Eigentümer-Konsortium startet seit einem Jahr nicht durch

 Wie ein Fels in der Brandung steht der Tower auf dem Drewitzer Flugplatz. Ob er auch wieder zum Leuchtturm für den Süden Brandenburgs wird, hängt von den neuen Ei´gentümern ab.
Wie ein Fels in der Brandung steht der Tower auf dem Drewitzer Flugplatz. Ob er auch wieder zum Leuchtturm für den Süden Brandenburgs wird, hängt von den neuen Ei´gentümern ab. FOTO: Frank Hilbert
Drewitz. „Neue Hoffnung für Flugplatz Drewitz“ titelte die RUNDSCHAU am 12. Februar 2018 und verkündete damit eine Wende im Insolvenzverfahren, denn ein Käufer-Konsortium konnte mit seinem Konzept den Insolvenzverwalter überzeugen. Ein Jahr später hat sich diese Hoffnung nach bisherigen Erkenntnissen nicht erfüllt. Von Frank Hilbert

Von einem „klaren Konzept“ hatte vor einem Jahr Insolvenzverwalter Udo Feser gesprochen. Und so bekam ein Käufer-Konsortium mit einem Unternehmer aus dem Landkreis Teltow-Fläming an der Spitze den Zuschlag unter den seinerzeit fünf Bewerbern.

Ihre Gebote lagen nach damaligen Recherchen der RUNDSCHAU zwischen 120 000 und 880 000 Euro. Die Käufer sollen letztlich 830 000 Euro bezahlt haben. Damit ist der Flugplatz vom Tisch des Insolvenzverwalters. Auch der bisherige Betreiber der Photovoltaik-Anlage auf dem Flugplatzgelände konnte mit dem Votum der Gläubiger-Versammlung seine Fläche als Eigentümer erwerben.

Nicht vom Tisch sei indes das Insolvenzverfahren. Es gebe noch Schadenersatzansprüche gegenüber der am 24. Juni 2015 in Insolvenz gegangenen luxemburgischen Flacks-Group. Diese hatte leere Kassen hinterlassen. Sie hatte den Flugplatz 2014 für rund eine Million Euro vom Landkreis und regionalen Kommunen erworben.

Auch die Flacks-Group hatte ähnlich wie die neuen Eigentümer große Pläne mit dem Flugplatz. Diese nahmen jedoch keine Realität an. Statt dessen sei der Verdacht aufgekommen, dass die Luxemburger vor der Pleite Geld aus dem Platz herausgezogen haben sollen. Es sei beispielsweise planlos auf dem Gelände Wald abgeholzt und verkauft worden. Auch Pachtzahlungen für das Fotovoltaik-Gelände seien im Voraus auf Jahre ausgezahlt worden, hieß es seinerzeit.

Die neuen Eigentümer nun haben auf RUNDSCHAU-Nachfrage unumwunden zu verstehen gegeben, dass sie bislang und auch künftig nicht auf dem Flugplatz tätig werden wollen. Das ist ein herber Schlag ins Gesicht all jener, die sich mit dem Eigentümer-Wechsel große Hoffnungen gemacht hatten.

Der Flugplatz Drewitz sei ein „ganz klarer Standort-Vorteil“, aber dieser Platz müsse funktionieren und angeflogen werden können. Sollten die Pläne des Käufer-Konsortiums nicht wie angekündigt umgesetzt werden, wäre dies „ein Verlust für die gesamte Region“.

Starts und Landungen sind trotz gesperrter Betonpiste allerdings täglich möglich, wie auch auf der in Sachen Informationen ausgedünnten Website des Flugplatzes zu lesen ist. Dafür steht eine Graspiste mit einer Länge von 1499 Metern und 50 Metern Breite zur Verfügung. „Diese Piste hat ein hohes Niveau und ist sehr gut gepflegt“, weiß Dr. Björn Reder, der mit seiner sonnengelben Skylark seit Jahren von Drewitz in die Lüfte steigt. Immerhin wurde diese Start- und Landebahn 2012 für Tests mit dem riesigen Militärtransporter A 400M genutzt.

Derzeit sind auf dieser Piste ein- und zweimotorige Maschinen mit einem Gewicht bis 5,7 Tonnen zugelassen. Nicht möglich sind Nacht- und Instrumentenflüge und auch betankt werden können in Drewitz keine Flugzeuge mehr.

„Ich fände es toll, wenn das, was die neuen Eigentümer anvisiert haben, auch umgesetzt würde“, sagt Dr. Reder. Gut wäre seiner Meinung nach „ein bisschen Leben auf dem Platz, das auch Einnahmen generiert“.

Und was sagt die zuständige Kreisverwaltung von Spree-Neiße dazu? Mit dem Verkauf an das Käufer-Konsortium sei die Thematik für den Landkreis abgeschlossen, sagt auf Nachfrage der zuständige Wirtschafts-Dezernent Carsten Billing. Die weiteren geschäftlichen Aktivitäten der neuen Eigentümer könne man nicht bewerten. „Wir stehen aber in Sachen Wirtschaftsförderung jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung“, betont der Dezernent.