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Eier-Farben aus Erlenholz, Zwiebeln und Grünpflanzen

Viel Wissenwertes aus erster Hand erfuhren die Besucher beim Schnuppertag in der Mittelaltersiedlung "Stary lud".
Viel Wissenwertes aus erster Hand erfuhren die Besucher beim Schnuppertag in der Mittelaltersiedlung "Stary lud". FOTO: Hirche/jul1
Dissen. Schon vor dem eigentlichen Beginn um 13 Uhr warteten zahlreiche interessierte Besucher am Tor zur slawischen Mittelaltersiedlung "Stary lud" in Dissen. Am Ostersonntag wurde hier zum Schnuppertag eingeladen. Marion Hirche / jul1

Nachdem Petra Kusch das Tor aufgeschlossen hatte strömten die Neugierigen in die Grubenhäuser-Anlage. Dort warteten schon die Freunde und Förderer dieses "Geschichte zum Anfassen"-Ortes. Dimitri Borin, ein Russe, der zurzeit in Dresden arbeitet, ist schon lange Anhänger der Dissener Anlage und erklärte den Besuchern den Schmuck der Mittelalterslawen.

In trauter Runde vor den Grubenhäusern wurde den Gästen erklärt, wie die Menschen vor tausend Jahren Eier gefärbt haben. "Erlenholz nimmt man für schwarz-gefärbte Eier, rote Zwiebel war notwendig für rote Eier und mit frischer Saat werden Eier hellgrün. Kai Jensen zeigte, wie eine Holunderflöte geschnitzt wird. Anett Endersfelder nutzte die Zeit, um eine kleine Tasche durch Nadelbinden herzustellen. "Wir haben den Hain mit Krapp-gefärbten Bändern geschmückt. Solche weinroten Bänder gehören zu großen Festen dazu", erläuterte Petra Kusch. Caroline und Torsten Kolotzei zeigten mit ihren acht Monate alten Sohn Jannis, dass ein Hobby auch gut mit Kind funktioniert. "Ich bin zum ersten Mal hier und überwältigt von der Anlage. Es ist zum Beispiel interessant, wie niedrig die Türen sind. Die Menschen waren damals kleiner", sagte Marina Neumann, die aus Königs Wusterhausen mit ihrer Familie kam.

Auch Familie Kelmende aus Chemitz war von "Stary lud" begeistert. Sie verbringen gerade einen Kurzurlaub in Burg im Spreewald und kamen, um sich die Anlage und auch das Heimatmuseum anzuschauen. Nach der Besichtigung nutzten sie noch das Angebot im Heimatmuseum, Ostereier in traditioneller Wachsreservetechnik zu malen. Dabei haben die drei Chemnitzer etwas Wichtiges beschlossen: "Am letzten Maiwochenende kommen wir wieder hierher. Das Fest des slawischen Mittelalters interessiert uns sehr."

Nach dem Schnuppertag schließen sich erstmal wieder die Tore von "Stary lud". "In den nächsten Wochen müssen wir noch den Renn- und den Glasperlenofen erneuern und es gibt noch einige andere Arbeiten bis wir dann zu Pfingsten am 14. Mai wieder regulär geöffnet haben", erklärte Petra Kusch. Das Heimatmuseum hat natürlich geöffnet, von Dienstag bis Donnerstag von 10 bis 17 Uhr und samstags von 11 bis 15 Uhr sowie sonntags und an den Feiertagen von 13 bis 17 Uhr oder nach Absprache unter Telefon 035606 256.