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| 20:00 Uhr

Historische Entdeckungen
Knöpfe, Münzen und ein Schwert

 Der Peitzer Bodendenkmalpfleger Christoph Malcherowitz stellte zum Auftakt des Treffens mit seinen ehrenamtlichen Kollegen Fundstücke vor, der er zusammen mit seinem Sohn Mathias in einem germanischen Grab im August dieses Jahres entdeckt hat.
Der Peitzer Bodendenkmalpfleger Christoph Malcherowitz stellte zum Auftakt des Treffens mit seinen ehrenamtlichen Kollegen Fundstücke vor, der er zusammen mit seinem Sohn Mathias in einem germanischen Grab im August dieses Jahres entdeckt hat. FOTO: Marion Hirche
Peitz. Ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger präsentieren ihre Entdeckungen in Peitz.

Einen echten Jahrhundertfund hat Christoph Malcherowitz beim 7. Treffen der ehemaligen Bodendenkmalpfleger aus dem Süden und Ostens Brandenburg am Wochenende in Peitz präsentiert. Insgesamt 220 ehrenamtliche ausgebildete Bodendenkmalpfleger gibt es.

Gemeinsam mit seinem Sohn hat der Peitzer bei der Suche nach Resten von einem preußischen Militär­lager bei Frankfurt (Oder) im August den beeindruckenden Fund gemacht. „Wir waren schon auf dem Rückweg und enttäuscht, dass wir nichts entdeckt hatten“, erzählt er. Plötzlich habe sich aber das Detektorsignal gemeldet. Eine große zweidornige Schnalle eines Schwertgurts, Fibeln, ein Kastenschlüssel, Reitersporen, Messer, eine Lanzenspitze, ein verbogenes Schwert, eine Griffangel mit Knochenresten, Nägel und vieles mehr konnte zutage befördert werden.

„Das sind zweifelsfrei Stücke aus einem germanischen Grab, also aus der Zeit 50 bis 200 nach Christus. Das ist schon was ganz Besonderes. Im ganzen Land wurden bis her nur fünf Schwerter gefunden, insofern ist das für uns ein Jahrhundertfund“, sagte Christoph Malcherowitz.

Auch die anderen Teilnehmer zeigten bei dem Treffen, was sie entdeckt haben. Dass auch diese Funde bemerkenswert sind, war gleich am Auftaktabend zu erleben. Denn eigentlich stand zunächst das Abendessen in der „Zeugschmiede“ auf dem Programm, aber die erste Fundbesprechung begann schon gleich nach der Begrüßung.

Elke Marek präsentierte ein fünf Zentimeter großes, Patina behaftetes Wagenrad und einige Münzen. Nach der Betrachtung unter der Lupe erfährt sie von Christoph Malcherowitz: „Das sind preußische Silbermünzen aus Ostpreußen aus dem 17. Jahrhundert, die müssen aber noch gereinigt werden“.

Damit gibt der Peitzer die Steilvorlage für eine für viele Teilnehmer wichtige Frage: „Was nimmst du zum Reinigen?“, wollen mehrere Bodendenkmalpfleger wissen. Die Antwort: „Ich hole mir eine hochwertige Flüssigkeit im Münzgeschäft“, so Malcherowitz. Er bot an, einige Münzen zu säubern. Helge Mischler aus Berlin zauberte aus seinem Fundkasten viele Einzelstücke hervor, die alle in separaten Tüten mit offiziellem Fundzettel des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege (BLDAM) sortiert sind. Zum Vorschein kommen etwa eine Flachfigur ohne Kopf aus Zinn oder ein Stück von einem Spielzeugpferd.

„Du musst das wiegen. Es könnte sein, dass dieses Teil zum Gießen für eine Kugel vorbereitet wurde“, sagte Malcherowitz. Der Berliner konterte: „Genau das wollte ich von dir hören“. Leonore Pahl aus Finsterwalde zeigte Fotos von ihren Fundstätten, die sie mit dem Handy gemacht hat. David Koall aus Bohsdorf hat eine gute Erklärung für ein unscheinbares Plättchen, das Elke Marek zeigte: „Das könnten auch die Schuppen eines Riemens von einem Ritterhelm sein“.

Am ganzen Wochenende wurde in Peitz gefachsimpelt. Die Teilnehmer bekamen auch viel Neues zu hören. Markolf Brumlich sprach über die Eisenverhüttung in der Niederlausitz anhand von Funden im Tagebau Jänschwalde, Sieghard Wolter über Schnallen in den Jahrhunderten, Mike Hille stellte seine Altlandsberger Funde und Anett Schulz aus Spremberg den Burgwall Leuthen-Wintdorf als neue Fundstätte vor. Markus Agthe von der Außenstelle des BLDAM referierte über Holzkohlemeiler im Tauerschen Forst.

In den nächsten Wochen werden die Bodendenkmalpfleger ihre Funde präparieren und sie anschließend dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege zur Verfügung stellen.