| 15:49 Uhr

eGWohnen legt Grundstein für Häuser mit Pauschalmiete

So sollen die neuen Häuser aussehen. Auch Ladeanschlüsse für zwei Elektroautos sind vorgesehen.
So sollen die neuen Häuser aussehen. Auch Ladeanschlüsse für zwei Elektroautos sind vorgesehen. FOTO: Illustration
Cottbus. Die eG Wohnen legt heute den Grundstein für zwei besondere Häuser. Mieter sollen hier Strom und Wärme mit einer Pauschalmiete begleichen. Simone Wendler

In der Kahrener Straße wird heute der Grundstein gelegt für zwei vernetzte energieautarke Häuser der Genossenschaft. Das Besondere daran ist, dass in die 14 unterschiedlich großen Wohnungen Mieter einziehen sollen, die über eine Festmiete auch ihren Strom- und Wärmeverbrauch mit einem Festpreis bezahlen. "In Brandenburg ist das bisher einmalig", sagt Uwe Emmerlich. Konzipiert hat das Projekt Professor Timo Leukefeld aus Freiberg in Sachsen.

Als Genossenschaft könne die eGWohnen so ein Projekt anbieten, weil sie zum Nutzen der Mitglieder "Anlagen betreiben" dürfe, erklärt Emmerling. Die "Anlagen" seien hier die Sonnenkollektoren und Solarmodule zur Erzeugung von Strom und Wärme auf Dach und Frontfläche der Gebäude. Ende 2018 sollen die Wohnungen fertiggestellt sein.

Die Kalkulation sieht vor, dass über das ganze Jahr etwa 70 Prozent des Wärme- und Strombedarfs mit Hilfe von Akkus und einem Langzeitwärmespeicher aus eigener Erzeugung abgedeckt werden. Die Bezahlung dieser Energiemengen ist im Festmietpreis von 10,50 Euro pro Quadratmeter enthalten. Die Energiekosten sollen dadurch für die Mieter halb so hoch sein wie in einem Gebäude mit Passivhausstandard und externer Versorgung. Für fünf Jahre, so Emmerling, gebe es eine Preisbindung.

Die Mieter sollen nicht extrem mit Energie sparen, sondern sich in den Häusern wohlfühlen, betont der Genossenschafts-Vorstand. Das könnten bereits vorhandene Genossenschaftler, aber auch Neumitglieder sein. Für alle Interessenten werde es eine Informationsveranstaltung geben, um ihnen die Häuser zu erklären.

Gebaut werde massiv aus Ziegeln ohne zusätzliche Dämmschicht. Wer mit der pauschal vergüteten Energie nicht ausreicht, könne zusätzlich Wärme aus einer Gasheizung und Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen. In Phasen von Überschüssen an selbst erzeugtem Strom und Wärme soll diese Energie an benachbarte Genossenschaftshäuser abgegeben werden.

"Wir werden nach ein bis zwei Jahren sehen, was die Häuser wirklich hergeben", so Emmerling. Natürlich sei das Projekt durch neue Technik auch mit Risiken behaftet. Aber Emmerling glaubt an den Erfolg: "Man muss es ja mal ausprobieren." Bisher gebe es erst wenige Anfragen von Interessenten, aber das soll sich ändern. Die eGWohnen will das Projekt nun im Internet präsentieren.