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| 14:53 Uhr

Tag des offenen Ateliers
„Ich will, dass die Menschen meine Kunst verstehen“

Künstler Eberhard Krüger begrüßte am Tag des offenen Ateliers auch Familie LIndner aus Cottbus in seinem Komptendorfer Reich.
Künstler Eberhard Krüger begrüßte am Tag des offenen Ateliers auch Familie LIndner aus Cottbus in seinem Komptendorfer Reich. FOTO: Marion Hirche
Komptendorf. Eberhard Krüger aus Komptendorf öffnete sein Atelier. Von Marion Hirche

() Eberhard Krüger gehörte  zu den mehr als 100 Künstlern, die am Wochenende  die Türen seines Ateliers weit öffneten.  Viele Interessierte fanden den Weg in sein reich direkt neben der imposanten Kirche von Komptendorf. Eine seiner vielen Holzskulpturen vor dem Eingang   wies auch dem letzten Suchenden den richtigen Weg zu seiner Wirkungs- und Ausstellungsfläche.

Längst genießt der Komptendorfer hohe Anerkennung in Lausitzer Künstlerkreisen. Seine Bilder haben schon in Ausstellungen in Paris und Gorzow, aber auch in Cottbus gehangen. Er hat den Bahnhofsvorplatz von Rostock künstlerisch gestaltet, hat für die  besonderen Wegweiser auf der Bärenbrücker Höhe gesorgt und in Guben in Grenznähe sich mit einer Stele verewigt.

„Ich habe in all den Jahren von Projekten gelebt. Das ging ganz gut. Zu DDR-Zeiten haben mir auch die Kurse, die ich im Auftrag des Stadtkabinetts für Kulturarbeit gegeben habe, weiter geholfen. Na ja und ab und zu hat man dann auch noch ein Werk verkauft. So ging es immer“, sagt der 68-Jährige bescheiden.  Schließlich spielt er mit seiner Kunst in der oberen Liga der Lausitzer Kunst mit.

In Ausstellungen in der Sparkasse Spree-Neiße und bei Vattenfall konnten sich Einheimische  von seinem Können überzeugen. Und eben auch die Besucher auf seinem Grundstück am Wochenende. Dazu zählte auch der Bürgermeister der Gemeinde Neuhausen, Dieter Perko. Er ist ein bekennender Krüger-Anhänger: „Ich bin schon stolz, dass die Bilder von Eberhard Krüger bei uns im Amtssitz und im Schloss Laubsdorf hängen. Wir arbeiten mit ihm sehr eng zusammen. Er stellt uns die Kunstobjekte zur Verfügung, und im Gegenzug helfen wir auch mal mit Unterstützung durch unseren Bauhof“, sagt er.

Im gleichen Atemzug bedauert es der Bürgermeister, dass die Haushaltslage der Kommunen die Unterstützung von Künstlern kaum noch zulässt. Im Atelier von Krüger kürte Perko sein Lieblingsbild: den „Sekretärvogel“. Es ist ein intensiv farbiges Bild, dass durch das Auftragen von mehreren Schichten sehr plastisch wirkt und zweimal einen stolzen Vogel zeigt.

„Im Moment male ich wieder viel, einige meiner Ölbilder bekommen Ergänzungen, so werden neue Bilder daraus“, verriet der Maler. Typisch immer wieder die  gedärm-ähnlichen Schlingen auf seinen Gemälden. Kenner der Szene bezeichnen den Komptendorfer als fantastischen Realisten. Das trifft es wohl sehr gut, denn jeder kann in den Krüger-Bildern lesen. „Ich wollte immer, dass die Menschen meine Kunst verstehen. Das ist mir wohl gelungen“, sagte der 68-Jährige.

Jutta und Norbert Lindner aus Cottbus gehörten zu den Verstehern. Im Atelier von Krüger in der ersten Etage seines Hauses staunten sie über die Vielzahl der Ölbilder. Danach ging es in den  Künstlerstall: Schon vor dem Gebäude stehen fünf überlebensgroße Holzskulpturen: „Das sind meine engsten Verwandten, Vater, Mutter, Tante, Onkel und ich. Solche große Figuren mache ich aber nicht mehr, denn ich habe Rücken“, sagte der Künstler unmissverständlich. Da,  wo sich einst Schweine und Kühe wohl fühlten ist jetzt das Kunstlager von Krüger. Unzählige Holzskulpturen stehen hier: „Pummelchen“,  „Schatten“ und „Ja-Sager“ sind nur drei von vielen, die auf ihren Einsatz bei kommenden Ausstellungen warten. Die eine oder andere ist garantiert mit dabei, wenn der Komptendorfer demnächst in Forst eine Ausstellung gestaltet.

Auch der Garten der Krügers kam bei den Besuchern gut an: Hier hat Eberhard Krüger viele seiner Skulpturen platziert, es ist also ein Open-Air-Kunstareal. Unter anderem an Tischen mit Nähmaschinenfüßen  schlemmten die Gäste den von Hildegard Krüger gebackenen Kuchen:  Rhabarber-Streusel, Pfirsichtorte oder Napfkuchen. Für den Künstler hatte das Wochenende einen besonderen Nutzwert: „Für so einen Tag des offenen Ateliers räumt man alles auf und entdeckt auch manches neu,“ bekennt er.