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E-Verkehr ist mehr als E-Auto

Cottbus. Die Stadt Cottbus hat einen Vorentwurf für den Flächennutzungsplan vorgelegt. Der Interessensverein Pro Tram hat ihn sich genauer angesehen und stellt fest: "Der Plan wird nicht den aktuellen Anforderungen an den Umweltschutz und der Stadtentwicklung gerecht. Peggy Kompalla

" Kritikpunkte finden sich demnach besonders beim öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

So heißt es in der Stellungnahme: "Die Ziele zur Verringerung der Treibhausgasemission sind nur durch konsequente Durchsetzung der Elektromobilität und durch die Erhöhung der Attraktivität des ÖPNV zu erreichen. Die Beschränkung des Begriffs Elektromobilität auf Elektro-Autos und entsprechende Zapfsäulen ist aus unserer Sicht ein falscher Ansatz." Vielmehr müsse der öffentliche Nahverkehr gestärkt und der motorisierte Individualverkehr aus dem Stadtzentrum verdrängt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sollten an den Haupteinfallstraßen P+R-Parkplätze in der Nähe der Endhaltestellen geplant werden - idealerweise auch in der Nähe von Autobahnauffahrten.

E-Verkehr ist eben auch die Straßenbahn. Doch auch sie kommt dem Verein zu kurz im vorgelegten Flächennutzungsplan. Zwar honoriert Pro Tram, dass in dem Papier von der Straßenbahn als Basisverkehrsmittel gesprochen wird. "Als einzige Erweiterung des Tram-Netzes ist im Vorentwurf jedoch nur die Schleife in der Spremberger Vorstadt sichtbar. Das ist unseres Erachtens völlig unzureichend." Der Verein verweist dabei auf die Machbarkeitsstudie zur Erweiterung des Tramnetzes aus dem Jahr 2010. Darin ist der Anschluss des Lausitzparks aufgeführt sowie die Erschließung des BTU-Campus. Bei Letzterem empfiehlt der Verein eine nachträgliche Untersuchung zur Streckenführung über das Uni-Gelände bis zum Polizei-Parkplatz.

In Bezug auf den Radverkehr regt der Verein einen Blick nach Potsdam an, wo die Stadt Radschnellwege plane. "Davon fehlt im Cottbuser Flächennutzungsplan jede Spur."