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| 02:34 Uhr

Dringend gebraucht: der Valentinstag

14. Februar – Valentinstag. Wer einen Menschen liebt, nimmt nicht selten diesen Tag zum Anlass, ihm das mit Blumen, etwas Süßem oder einer anderen Kleinigkeit zu zeigen. Geschäftemacherei sagen die einen, Fest der Liebe sagen die anderen. Bei uns ist dieses Fest noch gar nicht alt.

Seit 1945 wird der Valentinstag auch bei uns gefeiert. Vielleicht war es nach den Schrecken des Krieges besonders wichtig, einander zu sagen, dass man sich liebt - sich zu vergewissern, dass man geliebt wird. Der Valentinstag geht zurück auf einen Bischof, der im 3. Jahrhundert gelebt hat. Valentin von Ternia, der am 14. Februar 269 hingerichtet wurde. Dieser Valentin ist der Schutzpatron der Liebenden. Valentin wirkte zu einer Zeit, als eine Ehe nur nach römischem Recht geschlossen werden durfte - unter dem Segen fremder Götter also. Es war eine Zeit, als man sich einen Ehepartner nicht aussuchen durfte und Sklaven und Soldaten überhaupt nicht heiraten durften. In dieser Zeit war es ein Verbrechen, eine christliche Ehe zu stiften. Zwei Menschen zu verbinden zu einem gemeinsamen Leben, das von Liebe und Achtung, von Sorge füreinander und Vertrauen zueinander geprägt ist und das noch in guten und in schlechten Zeiten. Von diesen Ehen wird erzählt, dass sie besonders gesegnet waren. Eine fromme Legende, aber eine schöne. Wer wünscht sich nicht, dass seine Liebe gesegnet ist; dass sie wächst und fester wird und alle Zeiten überdauert. Solch eine Liebe wird bemerkt und ein bisschen was davon, trifft immer auch andere.

Vielleicht brauchen wir den Valentinstag heute so dringend, wie die Menschen nach dem Krieg. Es ist gut und wichtig, immer wieder mal zu erfahren, dass wir jemandem wichtig und wertvoll sind. Weil in unserer Gesellschaft manchmal wenig zu spüren ist von solcher Liebe, im Gegenteil. Liebe ist nichts, was zwei für sich behalten sollen. Liebe will weitergeben werden an Partnerinnen und Partner, an Kinder und Enkelkinder, an Freunde und Nachbarn, an die, die uns Nahestehen - und sogar an solche, die uns lästig oder fremd sind.

Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen!, schreibt der Apostel Paulus im Kolosserbrief. Das wäre doch eine schöne Überschrift über den 14. Februar. Sicher wird Bischof Valentin seinen Brautpaaren dies mit auf den Weg geben haben. Vielleicht war ihre Liebe deshalb so gesegnet, weil es ihnen gelungen ist, all ihre Dinge zu tun im Bewusstsein geliebt zu sein - von Gott und Menschen.