Von Silke Halpick

Die Folklorelawine rollt wieder und macht bei ihrer 19. Auflage nach langer Pause auch wieder in Cottbus Station. Erstmals werden die mehr als 350 Teilnehmer aus 13 Ländern ihr Programm während des Stadtfestes auf der Altmarktbühne präsentieren.

Das habe auch den Vorteil, dass das Rahmenprogramm für die Folkloristen quasi „automatisch da ist“, räumt Jana Handrischeck als Projektverantwortliche auf der Pressekonferenz am Montagnachmittag im Lobedanhaus in Cottbus mit einem Augenzwinkern ein. In Forst gibt es für die Teilnehmer Führungen durch den Rosengarten und freien Eintritt ins Freibad. In Lübbenau ist der traditionelle Kahnkorso ein Muss. In Cottbus sollen sich die Tänzer nach ihrem Auftritt „unter die Leute mischen“.

Ausrichter der Folklorelawine sind die beiden Landkreise Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz. Seit acht Jahren funktioniere die Zusammenarbeit bestens, wie Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU) betont. Sein Amtskollege Siegurd Heinze (parteilos) will fürs gute Wetter sorgen, wie er verspricht. Finanziell unterstützt werden die Organisatoren von den beiden Sparkassen Spree-Neiße und Niederlausitz.

Den weitesten Anreiseweg hat die Volkskunstgruppe aus Nepal. Das Ensemble aus Senegal kann nicht kommen, wie Handrischeck bedauert. Der Grund: Die Mitglieder erhalten kein Visum. „Die Botschaft war von der Rückkehr-Willigkeit nicht überzeugt“, erzählt sie. Die jüngste Teilnehmerin ist die zweieinhalbjährige Schottin Rosie. Ihr achtjähriger Bruder Logan ist schon das achte Mal dabei und in seiner Heimat ein preisgekrönter Nachwuchs­tänzer.

Aus den insgesamt 22 Bewerbungen haben die Veranstalter 14 Gruppen aus 13 Ländern ausgewählt. Nachdem im vergangenen Jahr mit drei Gruppen aus Asien fernöstliches Flair vorherrschte, liegt der Schwerpunkt diesmal auf Europa. Ensembles aus Litauen, Estland, Russland, Belgien, Zypern sind dabei.

Polen liegt in punkto Teilnahmehäufigkeit an erster Stelle. Das Nachbarland ist von Anfang an und jedes Jahr vertreten. Selbst Deutschland hat das nur 18-mal geschafft. Doch dafür gehen diesmal gleich zwei hiesige Gruppen an den Start: das deutsch-sorbische Ensemble aus Cottbus und die Awo-Tanzgruppe aus Lübbenau.

Beliebt ist die Folklorelawine nicht nur bei den Teilnehmern, die alle immer gern wiederkommen, so Handrischeck. Auch die Kommunen bewerben sich mittlerweile um die Ausrichtung, wie Altekrüger erzählt. Selbst kleinere Veranstaltungsorte wie Drebkau, Peitz, Neuhausen oder Altdöbern haben in der Vergangenheit überzeugen können. „Wer hätte gedacht, dass man vor der fulminanten Barockkulisse des Schlosses in Altdöbern ein solches Fest zelebrieren und herzlich feiern kann“, sagt Heinze. Für ihn sei der Applaus immer der schönste Lohn.

Folgende Termine sollten sich Folklorefans gut vormerken: Den Auftakt gibt der traditionelle Kahnkorso der Nationen am 21. Juni, ab 12.30 Uhr in Lübbenau. Von 14.30 bis 18.30 folgt das Bühnenprogramm auf der Festwiese in der Poststraße. Am 22. Juni präsentieren sich die Ensembles von 13.30 bis 20 Uhr im Ostdeutschen Rosengarten in Forst. Das Bühnenprogramm in Cottbus läuft am 23. Juni von 11 bis 16 Uhr auf dem Altmarkt.