ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:33 Uhr

Dreiergespann kämpft für neue Straßenbahnen

Straßenbahn in Cottbus (Haltestelle Stadthalle)
Straßenbahn in Cottbus (Haltestelle Stadthalle) FOTO: M. Behnke (Archiv)
Cottbus. Cottbusverkehr braucht neue Straßenbahnen. Doch dafür gibt es aus heutiger Sicht kein Fördergeld vom Land. Deshalb holt sich das städtische Unternehmen Unterstützung in Brandenburg / Havel und Frankfurt (Oder). Gemeinsam wollen die drei Verkehrsbetriebe das Problem angehen. Peggy Kompalla

Die Straßenbahn ist das Verkehrsmittel Nummer eins in Cottbus. Das belegt auch die Statistik. So nutzten im Jahr 2010 Dreiviertel aller Fahrgäste die elektrischen Bahnen. "2011 waren es noch einmal mehr", sagt Geschäftsführer Jörg Reincke. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor.

Der Fuhrpark ist aber in die Jahre gekommen, braucht dringend frischen Nachschub. Im Schnitt haben die Cottbuser Bahnen 25 Jahre auf den Schienen verbracht. Das Langläufer-Modell mit dem alte Bahnen für weitere 16 Jahre fit gemacht werden, ist nicht mit allen Fahrzeugen zu machen.

"Deshalb planen wir, ab dem Jahr 2017 fünf neue Straßenbahnen anzuschaffen", sagt der Chef. Fördergeld wird es dafür aus Potsdam nicht geben. Das hat das Verkehrsministerium bereits mehrfach betont. Eine neue Bahn kostet rund 2,5 Millionen Euro.

Deshalb setzen die drei kreisfreien Städte Cottbus, Brandenburg / Havel und Frankfurt (Oder) nun auf Zusammenarbeit. "Die Situation ist in den drei Städten ähnlich", erklärt Reincke. So erarbeiten die Verkehrsbetriebe derzeit ein einheitliches Lastenheft. Das ist eine Art Bestellformular für eine gemeinsame Ausschreibung. "Je größer die Bestellung, um so besser sind die Preise", sagt Jörg Reincke. Die gemeinsame Bestellung hat noch einen Vorteil. "Wenn wir alle die baugleichen Fahrzeuge nutzen, können wir auch bei der Instandhaltung kooperieren." Auch das spart Kosten.

Nichtsdestotrotz erneuer Jörg Reincke die Kritik am Land und dessen Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs in den kreisfreien Städten. "Hier sind die Landkreise klar im Vorteil", moniert er.

Dabei sprechen die neuesten Bevölkerungsprognosen eine andere Sprache. Die Leute ziehen wieder in die Stadt. Demnach sinkt die Bevölkerung in Cottbus bis zum Jahr 2030 nicht wie bislang angenommen auf 80 000, sondern lediglich 94 000. "Deshalb muss die Regierung ihr Fördergebahren ändern."