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| 19:58 Uhr

Lausitz
Drei Studien: Lausitz hat viel Potenzial für die Zukunft

 Heike Zettwitz: „Wir brauchen die Expertise für das Leitbild.“
Heike Zettwitz: „Wir brauchen die Expertise für das Leitbild.“ FOTO: Sascha Klein
Cottbus . Von Christian Taubert

Wie soll ein Plan für die „Lausitz 2050“ aussehen? Die länderübergreifende Wirtschaftsregion (WRL) und die Zukunftswerkstatt Lausitz wollen im Frühjahr 2020 ein einheitliches Leitbild für die Region nach dem Kohlausstieg vorlegen. Das soll ein Konzept sein, „das aus vielen kleinen und wichtigen Bausteinen zusammengetragen wird“, wie WRL-Chef Torsten Bork am Montag in Cottbus erklärte. Und er fügt hinzu, dass die Lausitzer an diesem Prozess beteiligt werden.

Nach Auffassung der beiden Akteure im Strukturwandel der Region würden es Perspektiven und Ideen für die Lausitz erfordern, zuerst deren Potenziale zu ermitteln. Deshalb präsentierten sie drei Studien, die darüber Auskunft geben sollen. Wissenschaftliche Expertise kam dabei von BTU-Professor Stefan Zundel, der in einem Gutachten zu Standortpotenzialen unter anderem die Funktion von Ankerstädten betonte. Sie müssten gestärkt werden, damit sie auch eine „Auffangwirkung“ auf angrenzende dünn besiedelte Räume ausüben könnten. Zundel lässt in der Studie keinen Zweifel, dass die Lausitz heute kein Armenhaus sei, und dass das Ergebnis der Kohlekommission „eine Chance für die Zukunft der Region bietet“.

Wie Sachsens Ex-Innenminister Klaus Hardraht, fordert Zundel im Hinblick auf die demografische Entwicklung „mehr Weltoffenheit, Modernität und Toleranz“. Und er macht deutlich, dass die Ansiedlung von Großindustrie eher unwahrscheinlich ist, in der Erweiterung des Mittelstandes aber der Schlüssel für neue Arbeitsplätze liegt. Hardraht versichert, dass Bürgermeister während der Recherche zu den Flächenpotenzialen immer wieder auf den Ausbau bestehender regionaler Unternehmen gesetzt hätten.

 Torsten Bork: „Konzept aus vielen kleinen und wichtigen Bausteinen.“
Torsten Bork: „Konzept aus vielen kleinen und wichtigen Bausteinen.“ FOTO: Torsten Richter-Zippack

Auf eine weitere Chance im Strukturwandel hat die Studie zum kombinierten Verkehr (KV) der Logistikberater von Wagener & Herbst Potsdam verwiesen. Mit KV-Terminals (Straße/Schiene) in 30 bis 50 Kilometern Abstand sei die Lausitz gut aufgestellt. Die Chefin der Lausitzwerkstatt, Heike Zettwitz aus Görlitz, betonte: „Wir brauchen die Expertise für das Leitbild, um den zweiten Strukturwandel nach 1990 zu schaffen.“

 Heike Zettwitz: „Wir brauchen die Expertise für das Leitbild.“
Heike Zettwitz: „Wir brauchen die Expertise für das Leitbild.“ FOTO: Sascha Klein
 Wie geht es weiter nach dem Ausstieg aus der Braunkohle?
Wie geht es weiter nach dem Ausstieg aus der Braunkohle? FOTO: dpa / Patrick Pleul