Wie in anderen Ortschaften des Landes Brandenburg besteht auch in den drei Ortschaften heftiger Widerstand gegen die Eingliederung nach Cottbus. In Groß Gaglow, Gallinchen und Kiekebusch wird nur von „Zwangseingemeindung“ gesprochen, um die Unfreiwilligkeit dieses Schrittes stets zu betonen. Die Gemeinden und der Landkreis Spree-Neiße haben das Verfassungsgericht des Landes Brandenburg angerufen, damit es die Unrechtmäßigkeit dieser Eingemeindungen feststelle und sie rückgängig mache.
Bei der Kommunalwahl im Oktober, bei der die Wahlberechtigten in den drei neuen Stadtteilen schon für die Cottbuser Stadtverordnetenversammlung stimmten, unterschieden sich die Stimmergebnisse deutlich von den Resultaten in anderen Stadtteilen. Es siegten die erstmals zur Kommunalwahl angetretenen Unabhängigen. In Groß Gaglow bekam die AUB über 70 Prozernt der Wählerstimmen. In Gallinchen landeten sie bei 30,5 Prozent, in Kiekebusch bei 41,1 Prozent. „Nach den Querelen mit der Eingemeindung war die Stimmung so mies, dass kaum noch jemand zur Wahl gehen wollte,“ stellte der frühere Groß Gaglower Bürgermeister Dieter Schulz fest, der selbst für die AUB in die Cottbuser Stadtverordnetenversammlung einzog.
Dabei wollte sich die Stadt Cottbus viel Mühe geben, den drei neuen Stadtteilen den Eingemeindungsprozess zu erleichtern. Um kommunale Gebühren und Steuern erst schrittweise an die Cottbuser Sätze anzupassen, wurden Übergangsregelungen vereinbart. Es ging um Grund- und Gewerbesteuer, Hundesteuersatzungen, um die Fortführung bereits begonnener Planungen und Bebauungspläne, aber auch um die Beibehaltung der freiwilligen Feuerwehr oder die Sicherung von Heimatpflege und Archivgut.
Am Ende der Vorbereitungen stand der Abschluss öffentlich-rechtlicher Verträge. Sie enthalten eine Übergangsfrist von fünf Jahren für das in den drei Dörfern geltende Ortsrecht bis zur Anpassung an das Cottbuser Stadtrecht.
Die Cottbuser Stadtverordnetenversammlung fasste diesen Beschluss ohne Gegenstimme. Doch bis zur Entscheidung des Verfassungsgerichts dürfen für die neuen Stadtteile keine so einschneidenden Entscheidungen getroffen werden, dass sie nicht gegebenenfalls rückgängig zu machen wären.