ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:34 Uhr

Drebkauer Stadtverordnete machen Druck

Die Stadt Drebkau will das Projekt "Findlingslabyrinth" in Steinitz vorantreiben.
Die Stadt Drebkau will das Projekt "Findlingslabyrinth" in Steinitz vorantreiben. FOTO: Angelika Brinkop
Drebkau. Der Kulturpark Steinitz liegt vielen Drebkauer Stadtverordneten offenbar am Herzen. Im Hauptausschuss am Dienstag gab es eine Mehrheit für den Vorschlag, ein Arbeitsgremium für die touristische Entwicklung der Stadt und des Kulturparks zu berufen. Nicole Nocon

In Sachen Kulturpark Steinitz gibt es offensichtlich dringenden Handlungsbedarf. Jetzt machen Stadtverordneten Druck. Zum Hintergrund: Im Juni 2013 hat die Stadt Drebkau dem Interimsbetreiber aufgrund finanzieller Schwierigkeiten den Mietvertrag für den Steinitzhof gekündigt und ist selbst als Betreiber eingesprungen. Geplante Veranstaltungen sollten abgesichert und der Hof am Laufen gehalten werden. Doch es hatte sich Unzufriedenheit breit gemacht. Bei der Sitzung des Hauptausschusses im September brach diese sich unüberhörbar Bahn. Daraufhin wurde ein Runder Tisch einberufen, an dem sich unter anderem Stadtverwaltung, Stadtverordnete und die Interessengemeinschaft sozial-kulturelles Integrationsprojekt Steinitzhof (IG) zusammensetzten. Die Wogen wurden geglättet und die Gesprächspartner verständigten sich darauf, dass es gemeinsames Ziel sein müsse, den Steinitzhof als gute Adresse für Tourismus und Integrationsprojekte zu erhalten. Eine weitere Gesprächsrunde wurde für Dezember anberaumt. Doch die Zeit drängt. So sollte zum Beispiel der Vertrag mit dem Gastwirt, der die Gastronomie des Steinitzhofs betreibt, Ende des Jahres auslaufen. Wie es danach weitergehen soll, war bislang offen. Diese Unsicherheit hat bereits negative Folgen gezeigt. Dem Gastwirt wurden für das kommende Jahr im Steinitzhof angemeldete Veranstaltungen und Feiern storniert.

In der vergangenen Woche wurde nun der Ältestenrat der Stadt in Sachen Steinitz einberufen. Das Ergebnis dieser Beratung war ein Eilantrag, den die Fraktionen CDU/FDP, Pro Drebkau und Linke am Dienstag in der Sitzung des Hauptausschusses einbrachten. Der Antrag zielt auf die "Berufung eines Arbeitsgremiums für die Unterstützung und Kontrolle der Verwaltung bei der anstehenden Tourismusentwicklung der Stadt Drebkau und dem Kulturpark Steinitz mit seinem Herzstück Sozial-kulturelles Integrationsprojekt Steinitzhof". Die Mehrheit der Abgeordneten gab dem Antrag statt.

Dem Arbeitgremium sollen Mitglieder aller Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung, Mitarbeiter der Verwaltung, Vertreter des Ortes Steinitz und sachkundige Bürger wie die Mitglieder der IG angehören, so der Vorschlag der Antragsteller. Eine der ersten Aufgaben müsse es sein, das neue Betreiberkonzept für den Kulturpark Steinitz zu bewerten. Dieses wurde, finanziert von Vattenfall, von einem externen Berater erstellt und liegt laut Bürgermeister Dietmar Horke (parteilos) der Verwaltung inzwischen vor. Die Gremien der Stadtverordnetenversammlung sollen sich demnächst selbst eine Meinung über das 99-seitige Papier bilden können, stellte Horke während der Hauptausschusssitzung in Aussicht. Aber nicht nur Steinitz, sondern den Tourismus für die gesamte Stadt soll das Gremium voranbringen. "Es wurde genug diskutiert, jetzt wird gearbeitet", brachte Ausschussmitglied Dr. Michael Haidan (CDU) die Debatte im Hauptausschuss auf den Punkt. Die Ausschussmitglieder stimmten mehrheitlich für die Bildung des Arbeitsgremiums. Ob es die Arbeit aufnehmen kann, werden die Stadtverordneten voraussichtlich in ihrer nächsten Sitzung am 26. November entscheiden.

Beim Hauptausschuss gab es noch weitere Informationen in Sachen Steinitz. Nach Auskunft des Bürgermeisters soll den Beschäftigten und dem Gastronomen des Steinitzhofs vorgeschlagen werden, ihre Verträge bis Ende September kommenden Jahres zu verlängern.

Außerdem kündigte die Verwaltung an, dass das lange ruhende Projekt "Findlingslabyrinth Steinitz" in der im Jahr 2014 beginnenden Förderperiode vorangetrieben werden soll. "Der notwendige Bebauungsplan ist inzwischen genehmigt und rechtskräftig", erklärte Bauamtsleiterin Daniela Menzel-Neumann. Ziel sei es, in der neuen Förderperiode die Entwurfs- und, wenn möglich, auch die Genehmigungsplanung für das Findlingslabyrinth abzuschließen.