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| 08:58 Uhr

Drebkauer Schloss Raakow ist abgebrannt

Das Schloss Raakow bei Drebkau ist am Donnerstag durch einen Grossbrand völlig zerstört worden.
Das Schloss Raakow bei Drebkau ist am Donnerstag durch einen Grossbrand völlig zerstört worden. FOTO: Michael Helbig
Drebkau. Schloss Raakow in Drebkau (Spree-Neiße) ist am frühen Donnerstagmorgen vollständig ausgebrannt. Eigentlich sollte das Schloss saniert werden, weshalb dort bereits Baumaterial gelagert worden war. Die genaue Brandursache ist noch offen. Von Felix Gaber

Während sämtliche Nebengebäude unversehrt blieben, war der Dachstuhl des Hauptgebäudes am gestrigen Donnerstag komplett eingestürzt. Nur der Turm trug noch seine Haube, wenn auch mit Löchern übersäht. Neben Resten des Schaumteppichs, der sich seinen Weg nach draußen gebahnt hatte, lagen rund um das Gebäude Trümmerteile von zerborstene Ziegeln verteilt. Aus dem Innern ragten noch zwei Schornsteine gen Himmel. „Es war ein harter Einsatz, der uns alles abverlangt hat“, sagte Einsatzleiter Stefan Grothe von der Feuerwehr Drebkau. Gegen 1.30 Uhr sei der Befehl zum Ausrücken gekommen. „Als wir ankamen, bot sich uns ein schreckliches Bild. Der Dachstuhl und Teile der oberen Etage standen schon in Flammen“, berichtete Grothe.

Währenddessen versuchten nach seinen Worten einige Feuerwehrleute von der Drehleiter aus zu ermitteln, ob sich noch Glutnester im Gebäude befanden – was offenbar nicht der Fall war. Gegen 8.45 Uhr seien die Löscharbeiten beendet gewesen, berichtete der Einsatzleiter. Zehn Freiwillige Feuerwehren aus den Städten Drebkau, Spremberg, Welzow und Neupetershain sowie die Berufsfeuerwehr Cottbus seien mit insgesamt rund 70 Einsatzkräften an den Löscharbeiten beteiligt gewesen.

Erst gegen 14.30 Uhr begannen die letzten Einsatzkräfte, nach und nach abzurücken. „Das Gebäude ist akut einsturzgefährdet, da die Holzdecken teilweise durchgebrannt sind“, sagte der Einsatzleiter. Vorsichtshalber errichten daher Mitarbeiter des Eigentümers, der Firma Koalick, einen Zaun um das Schloss. Brandursache unklarNach der Ursache des Feuers wird unterdessen noch geforscht. Das Schloss sollte saniert werden, weshalb dort bereits Baumaterial gelagert worden war, teilte die Polizei mit. „Es ist unklar, ob ein technischer Defekt oder andere Ursachen für den Brand verantwortlich waren“, sagte Enrico Steinbach, Pressesprecher der Polizei. Brandstiftung werde ebenso nicht ausgeschlossen. „Es wird in alle Richtungen ermittelt“, sagte Steinbach.

Unklar sei auch, an welcher Stelle das Feuer ausgebrochen sei. Bereits am frühen Morgen habe die Ermittlungsgruppe Brand der Kriminalpolizei Cottbus vor Ort nach Spuren gesucht. Am heutigen Freitag sollen zudem Brandermittler des Landeskriminalamtes eingesetzt werden.Geschichte des SchlossesDie erste Erwähnung von Schloss Raakow erfolgte laut Ortschronik im Jahre 1694, nachdem es damals ebenfalls ausgebrannt war. Ende des 19. Jahrhunderts wurde es umgestaltet und ersetzte einen Neubau aus dem 18. Jahrhundert. Das alte Schloss wurde beim Umbau integriert. Hinzugefügt wurdenein nördlicher Anbau mit Turm sowie ein ganzer Flügel im Süden mit Turm, Loggia, Erker und Terrassen.

Nach dem Jahr 1945 wurde das Schloss laut Chronik zunächst vom Roten Kreuz genutzt, ehe es der Freien Deutschen Jugend (FDJ), der Jugendorganisation der SED, als Bezirksschule mit Internat überlassen wurde. Nach Angaben der Drebkauer Stadtverwaltung kaufte unlängst die Drebkauer Familie Koalick das Anwesen. Diese habe geplant, das Schloss zu einem Heim für altersgerechtes Wohnen umzubauen. Daneben sollte an der Stelle des alten Wirtschaftshofes ein Altenpflegeheim entstehen. Bereits im Jahr 2008 war laut Verwaltung der Turm saniert worden. Die Familie wollte sich am Donnerstag auf Nachfrage nicht zu weiteren Plänen für das abgebrannte Schloss äußern.