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| 17:55 Uhr

Drebkau
Drebkau sammelt für Glockenjochen

 Küsterin Dorothea Wilk am Stand der evangelischen KIrche beim neunten sozialen Trödelmarkt auf dem Drebkauer Markt. Passend zum Sammelzweck hielt sie den Text von Schillers „Glocke“ bereit.
Küsterin Dorothea Wilk am Stand der evangelischen KIrche beim neunten sozialen Trödelmarkt auf dem Drebkauer Markt. Passend zum Sammelzweck hielt sie den Text von Schillers „Glocke“ bereit. FOTO: Marion Hirche
Drebkau. Das älteste Inventar der Stadtkirche soll künftig an hölzernen Trägern hängen. Von Marion Hirche

Die evangelische Kirchgemeinde Drebkau sammelt für Glockenjochen. Bei dem gerade stattgefundenen neunten sozialen Trödelmarkt, organisiert von der Initiative Drebkau, hielten die Mitglieder allerlei Trödel vor der Tür ihres Gotteshauses bereit, um Geld für die Aufhängungen der drei Glocken zusammenzubekommen. Küsterin Dorothea Wilk hatte dabei nicht nur Gläser, Teller und Butterdosen zu bieten, sondern auch Lektüre passend zum Sammelzweck: So war eine Ausgabe von Schillers „Glocke“ im Angebot.

Allerdings sind noch weitere Aktionen nötig, um das Geld für die Glockenjochen bereitzustellen. „Wir reden hier von etwa 8000 Euro“, so Pfarrer Wolfgang Selchow.

Die Drebkauer Stadtkirche hat drei Glocken. Sie sind das älteste Inventar des Gotteshauses und haben zum Glück nicht das gleiche Schicksal erlitten, das viele andere Glocken der Region im Krieg traf. „Die größte Glocke  aus dem Jahr 1750 ist zum Glück so riesig, dass man sie nicht ausbauen konnte“, war zu erfahren. Die zwei kleineren wurden von Michael Weinholdt in Dresden gegossen, die mittlere 1705 und die kleinste 1714. Die beiden älteren wurden Ende 1944 ausgebaut und von der Rüstungsindustrie beschlagnahmt. Allerdings kamen sie nur bis Calau. Ein heimatliebender Calauer brachte die beiden Glocken kurzerhand nach Drebkau zurück.

Allerdings haben die drei Exemplare ein Problem: Sie hängen an  eisernen Trägern. Die Eisenbahnschienen geben beim Läuten nicht nach, federn nicht so, wie es Holzbalken tun würden. Da dadurch die Lebensdauer der wertvollen Stücke beeinträchtigt wird, wollen die Drebkauer nun diese Glockenjochen durch hölzerne ersetzen. Im vergangenen Jahr haben sie begonnen, dafür Geld zu sammeln. „Aber noch müssen wir fleißig sein, damit uns das möglich ist. Die Glocken sind es uns aber wert“, betont Pfarrer Wolfgang Selchow.