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| 17:18 Uhr

SPN-Schulstreit
Drebkauer Eltern kämpfen für Schule im Ort

Drebkau. Zu lange Schulwege, schlechte Busverbindungen: Eine Gesamtschule in Kolkwitz sei nicht die Lösung für die seit Jahren existierenden Probleme, sagen viele Eltern.

Nicole Handreck rechnet vor: Schulzeit, Schulweg und Hausaufgaben summieren sich für ein zwölfjähriges Kind aus Drebkau auf gut und gerne 40 Stunden Arbeit pro Woche – ein gewaltiges Pensum, das die Teilnahme am Gemeindeleben in der Stadt kaum noch möglich mache. Viele Drebkauer Kinder müssen bis nach Großräschen zur Schule – weder Cottbus noch Spremberg seien Alternativen. „Dort werden die Kinder abgelehnt, weil sie zu weit weg wohnen“, sagt die Mutter.

„Wer will denn da noch aufs Land ziehen“, fragt Oliver Senkel. Die Drebkauer Eltern fühlen sich alleingelassen – vom Kreis. Der will eine neue Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe nach Kolkwitz holen. Eine Entspannung für die Drebkauer Eltern wäre das eigenen Angaben zufolge nicht, die Fahrtzeiten wären für einige Kinder aus den Dörfern dieselben, einschließlich Elterntaxis, weil kaum Busse durch die ländliche Gegend fahren.

Nicole Handreck und Oliver Senkel sind Drebkauer Elternteile. Ihre beiden Unterschriften sind unter den 880, die eine Elterninitiative dem Landrat übergeben haben. Drebkau soll eine weiterführende Schule bekommen, lässt sich das Ziel der Initiative auf den Punkt bringen.

Die Drebkauer Eltern haben Rückenwind – aus Welzow etwa, wo nicht wenige Eltern auf eine neue Schule im nahen Drebkau hoffen. Im Drebkauer Stadtrat, der fast einstimmig für die Gründung eines Schulzentrums gestimmt hat, vom Bürgermeister Dietmar Horke (parteilos), der die neue weiterführende Schule im südwestlichen Spree-Neiße-Kreis in seine Stadt holen will.

Aus Richtung des Landkreises gibt es wenig Sympathien für eine weiterführende Schule in Drebkau. Landrat Harald Altekrüger (CDU) hat in der jüngsten Kreistagssitzung betont: Werde die Kolkwitzer Schule nicht genehmigt, garantiere er trotzdem eine weiterführende Schule im Kreis bis zum Schuljahr 2019/2020 – heißt: Drebkau bleibt höchstens zweite Wahl aus Sicht des Kreises. Kolkwitz steht an erster Stelle – trotz der Ablehnung des entsprechenden Antrags durch das Bildungsministerium. Der Antrag für Kolkwitz soll qualifiziert werden, kündigt Altekrüger an.

Bei den Drebkauer Eltern sorgt das Verhalten des Landrats für Unverständnis. Allein geografisch sei Drebkau der geeignetere Ort im Südwesten des Kreises – dort, wo eine Schule dringend benötigt wird. Welzow liegt gleich nebenan, Neupetershain ebenfalls, selbst für Kolkwitzer Schüler wäre die Innenstadt von Drebkau gut zu erreichen – einen Bahnhof gibt es unweit des jetzigen Standorts der Schiebell-Grundschule, die Bundesstraße 169 liegt gleich vor der Haustür. Die Drebkauer Kinder hingegen kämen teils schlecht aus dem Ort weg – die Busverbindungen sind selten, entsprechend voll die Fahrzeuge, zu wenige Sitzplätze für alle Kinder.

Bei vielen Fahrten der Drebkauer Kinder zur Schule müssen die Eltern einspringen, zumindest für die Fahrt bis zum Bahnhof, weiß Silvio Buder, ebenfalls Vater eines schulpflichtigen Kindes. Das bedeute für mindestens ein Elternteil massive Einschnitte ins Berufsleben.

Ihre Kinder würden in ihrem Recht auf Bildung beschnitten, heißt es in einem Brief der Elterninitiative an das Staatliche Schulamt. Eine Lösung sei die Errichtung eines Schulzentrums in Drebkau – auch für die Kinder aus der Welzower Umgebung.

(dsf)