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| 02:35 Uhr

Drebkau wird von gefährlicher Ambrosia überwuchert

Drebkau. Das Phänomen Ambrosia weitet sich von Jahr zu Jahr mehr zu einer Landplage aus. Andrea Hilscher

Waren anfangs nur schmale Grünstreifen betroffen, sind mittlerweile ganze Felder von der Allergie auslösenden Pflanze überwuchert. Besonders stark leiden Anwohner aus Leuthen.

Das Grundstück von Susan und Jens Stahl aus Leuthen grenzt unmittelbar an ein Rapsfeld. Schon im vergangenen Jahr hatte sich das Feld nach dem Einbringen der Ernte in eine riesige Ambrosia-Wiese verwandelt. Dieses Jahr hat das feuchtwarme Wetter für einen weiteren Wachstumsschub gesorgt. Das stark allergene Unkraut, dessen Pollen sich bis zu 100 Kilometer weit ausbreiten und beim Menschen bis zu Asthma führen kann, breitet sich immer weiter aus.

Jens Stahl: "Wir haben das Ambrosia-Feld in Potsdam gemeldet. Wir haben uns im Rathaus beschwert. Wir haben auf Unterstützung der Agrar-Genossenschaft gehofft. Vergangenes Jahr wurde das betroffene Feld umgepflügt, doch jetzt wächst alles ungehindert weiter." Jetzt wollen Stahls zum letzten Mittel greifen: "Wir erstatten Anzeige gegen die Genossenschaft wegen Gesundheitsgefährdung." Auch Bürgermeister Dietmar Horke (parteilos) ist langsam verzweifelt angesichts der sich ausbreitenden Pflanzenplage. "Drebkau umfasst eine Fläche von 142 Quadratkilometern. 42 Quadratkilometer sind durch Ambrosia verseucht."

Das einzige Mittel, das Horke zur Verfügung steht, sind vier Ein-Euro-Jobber, die in mühevoller Handarbeit gegen die Ambrosiapflanzen vorgehen. Etwas Unterstützung kommt vom Landesumweltamt und aus Lottomitteln. Doch das reicht bei Weitem nicht aus.

"Der Landkreis, Potsdam und der Bund müssten helfen. Sonst werden wir der Plage nicht mehr Herr." Schon in wenigen Jahren, so befürchtet Horke, werden Drebkaus Flächen überwuchert.

Auch die Agrargenossenschaft könne nach Auskunft des Bürgermeisters wenig tun. Dietmar Horke: "Wenn die Pflanze wenigstens offiziell als gefährlich eingestuft würde, dann wäre jeder Flächenbesitzer verpflichtet, sie zu bekämpfen." Bisher aber fehlt es an sinnvollen Konzepten - und vor allem an finanzieller Unterstützung im Kampf gegen Ambrosia.