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Karneval
Närrisch erst, als das Wasser wieder kam …

Superhelden brauchen auch mal Hilfe, zumindest in Drebkau, wenn der Karneval ruft.
Superhelden brauchen auch mal Hilfe, zumindest in Drebkau, wenn der Karneval ruft. FOTO: Marion Hirche
Drebkau. Kein Tropfen aus der Leitung: Die Drebkauer Karnevalisten hätten beinahe ihre erste Veranstaltung des Jahres absagen müssen. Von Marion Hirche

Die Mitglieder vom Drebkauer Carneval Club (DCC) feiern jetzt schon in der 39. Session.  Am letzten Sonnabend luden sie zur ersten Veranstaltung in diesem Jahr in den Drebkauer Sportpalast ein und meisterten den Abend unter den komplizierten Voraussetzungen grandios:  Bis zwei Stunden vor der Veranstaltung gab es in Drebkau vom Vortagsabend an kein Wasser. „Ohne Wasser hätten wir  nichts machen können, die Toiletten etwa gehen ja nicht. Wir wollten absagen, so war der Stand um 15 Uhr. Zum Glück kam kurz danach das Wasser aus dem Hahn wieder – bloß gut, dann haben wir uns unter die Duschen gestürzt und alles war gerettet“, berichtete Präsident Joachim Schulze von der Aufregung vor der Show.

Von dieser Ausnahmesituation war während des  mehr als dreistündigen Programms nichts zu merken, außer: Die Jungs kamen in Bademänteln am Anfang des Programms auf die Bühne und meinten: Die anderen duschen noch, wir können ja solange Kreuzworträtsel machen.“ Situationskomik, wie sie typische für den Drebkauer Karneval ist.

Aber dann waren sie alle da: das Prinzenpaar Florian I. und Monika I. mit einer Einführungsbütt, auf die besonders Bürgermeister Dietmar Horke und der Drebkauer Ortsvorsteher  aufmerksam lauschten: Sie bemängelten den Lärm, der jeden Morgen in der Drebkauer Innenstadt entsteht, wenn die Bürgersteige wieder heruntergeklappt werden, berichteten vom Dschungelcamp, das jetzt am Drebkauer Schloss eingerichtet wird, wünschten sich wieder drei Tage lang Brunnenfest und Letzteres nicht mehr am Einschulungswochenende. Das war  kommunalpolitische Bütt, die sich hören lassen konnte.

Frenetisch honoriert wurden auch die vielen anderen Sketche und Büttenkommentare, der zahlreichen Drebkauer Talente, die sich  gekonnt über den Abend verteilten.  So präsentierte sich eine Selbsthilfegruppe mit Helden der Kindheit, die ob schlechter Taten in die Pflicht genommen wurden. Schließlich hat sich der DCC in diesem Jahr als Motto auf die Fahnen geschrieben:  „Kinderträume werden wahr, der DCC im Heldenjahr“. Popeye, Schneewittchen, Batman, Darth Vader und  Alice, sie waren live auf der Bühne und wurden von Pittiplatsch und Arthur dem Engel aus dem Bühnenbild begleitet.

„Ich erkläre euch mal, wie Karneval gemacht wird“, verkündete  Renat Rösler und sang dann mit der Daliah Lavi-Melodie: „Lasst uns singen, tanzen, reden ...“, das war eines der vielen live gesungenen und selbst gedichteten Lieder, die am Abend von vielen Sängern und Sängerinnen  angestimmt wurden. 

Gewürzt war das  Programm noch mit  Tänzen mehrerer Gruppen, diesmal wurden gleich drei Funkenmariechen präsentiert, die Funky Flames kamen als Schönheiten aus „Tausend und einer Nacht“, die „Flames of Dance“ machten Michael Jackson tänzerisch zu ihrem Helden und für das YMCA-Männerballett war ihr ehemaliges jetzt im Rollstuhl sitzendes Mitglied wie jedes Jahr Star der Truppe. Mit dem Vereinssong ging ein tolles   Programm nach mehr als drei Stunden zu Ende.

„Wir sind jedes Jahr zur ersten Veranstaltung da und waren auch heute wieder beeindruckt“,  sagte Steffen Glinzk bei der „After-Show-Party“. Funkenmutti Sylvia Freitag lobte: „Das war einfach toll.“

Der zweite Veranstaltungsabend am kommenden Sonnabend ist ausverkauft, aber wer die Drebkauer erleben will, der kann am Rosenmontag zum Umzug ab 15 Uhr kommen. Danach wird es auf der Bühne noch einmal Vieles aus den Programmen der Drebkauer, Schorbusser und Kauscher Karnevalisten zu erleben geben.