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| 17:36 Uhr

Schulstreit in SPN
Drebkau kämpft für Schulzentrum

Wenn es nach der Verwaltung in Drebkau geht, sollen in der General-von-Schiebell-Straße künftig auch Sekundarstufler unterrichtet werden.
Wenn es nach der Verwaltung in Drebkau geht, sollen in der General-von-Schiebell-Straße künftig auch Sekundarstufler unterrichtet werden. FOTO: Daniel Schauff / LR
Drebkau . Nach dem Nein zur Gesamtschule Kolkwitz sieht der Bürgermeister gute Chancen. Von Daniel Schauff

Dietmar Horke (parteilos) wirft den Handschuh in den Ring. Zum Schuljahresbeginn 2019/20 sollen Siebtklässler in Drebkau unterrichtet werden. Nach dem vorläufigen Nein zur Gesamtschule in Kolkwitz stünden die Chancen für ein Drebkauer Schulzentrum nicht schlecht, sagt der Bürgermeister.

Mehr noch: Dass die Gesamtschule in Kolkwitz im nächsten Jahr vom brandenburgischen Bildungsministerium genehmigt wird, hält er – trotz Kreistagsbeschluss – für unwahrscheinlich und es sei bereits vor dem Nein des Ministeriums absehbar gewesen, dass die eiligen Pläne des Landkreises scheitern würden.

Wolfgang Just (Freie Wähler/SPN), Kreistagsmitglied und Stadtverordneter in Drebkau, pflichtet Horke bei und sagt: „Die Chancen für die Gesamtschule Kolkwitz sind schlecht, weil die Gefährdung der Standorte Vetschau und Burg nicht gelöst werden kann, so dass das Nein vom Ministerium auch weiterhin absehbar ist.“

Drebkau hingegen gefährde keinen anderen Standort – im Gegenteil: die Schule im Südwesten des Landkreises Spree-Neiße werde dringend gebraucht. Die Wege nach Senftenberg und Cottbus über die Kreisgrenzen hinweg seien unzumutbar für Kinder und Eltern, einerseits wegen der Fahrtzeiten, andererseits wegen der Fahrtkosten.

Von Neupetershain gebe es bereits Signale, die Drebkauer Pläne zu unterstützen, sagt Dietmar Horke. Ein Gespräch mit Welzow stehe noch aus. Er sei aber auch da guter Dinge, auf offene Ohren zu stoßen, so der Bürgermeister.

Drebkaus Pläne sind bereits mehr als nur Ideen. Verwaltungsintern laufe die Raumplanung, sagt der Bürgermeister. Kapazitäten für die neuen Klassenstufen müssten am Standort geschaffen werden, sofern die Sekundarstufe in Drebkau genehmigt würde.

Ein formloser Antrag zur Errichtung des Schulzentrums liege dem Bildungsministerium seit Dezember vor. Eine Rückmeldung gebe es noch nicht. Am Dienstag beschäftigt sich der Drebkauer Hauptausschuss mit den Plänen, Ende Februar die Stadtverordneten. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagt Horke.

Mit dem Staatlichen Schulamt sei man im Gespräch, sagt der Bürgermeister. Rühre sich nun demnächst das Ministerium, können die Pläne weiter verfolgt werden. Und das mit Vehemenz: „Solange keine andere Entscheidung vorliegt, kämpfen wir weiter um das Schulzentrum“, sagt Horke.

Das würde künftig die beiden Grundschulstandorte in Drebkau und Leuthen umfassen sowie die Sekundarstufe am Drebkauer Standort. Horke hofft auf ein schnelles Signal aus Potsdam: „Die Eltern brauchen Planungssicherheit“, sagt er. Der Bedarf sei gegeben – in den kommenden Jahren würde die Zahl der Kinder im Umkreis eher steigen als sinken.

Vor wenigen Tagen hatte der Bürgermeister von Kolkwitz, Fritz Handrow (CDU), gegenüber der RUNDSCHAU erklärt, einen neuen Anlauf für den Start einer Gesamtschule in seiner Stadt 2019/20 zu starten und argumentiert, dass mit den Kindern aus Drebkau und Kolkwitz eine siebte Klasse zustanden kommen könne. Auch der Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU) hat sich auf die Fahnen geschrieben, weiter für die Gesamtschule Kolkwitz zu kämpfen.