Die eigentlich für dieses Jahr geplante Sanierung der Straße in Döbbrick-Süd ist derzeit nicht ausfinanziert. Das hat Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) am Freitag während des Ortsteilrundgangs erklärt. Das Vorhaben sei zwar weiterhin im Haushalt mit Priorität verankert. Die Stadt müsse sich aber um alternative Geldquellen bemühen. Ursprünglich sollte in diesem Frühjahr mit dem Ausbau begonnen werden. So war es auch beim letzten Rundgang durch den Ort im Cottbuser Norden im Jahr 2014 vereinbart worden. "Doch damals gab es noch andere finanzielle Rahmenbedingungen", so der Rathauschef am Freitag. Vor allem Gewerbesteuerausfälle in Millionenhöhe, aber auch die Altanschließer-Gerichtsentscheidungen hätten zu einer neuen Situation geführt. Neben dem Straßenausbau prüft die Stadt laut Kelch derzeit auch, ob es Möglichkeiten gibt, die letzten Grundstücke in Döbbrick doch noch an die Kanalisation zu bekommen. In Sielow, Willmersdorf und Skadow sei in den vergangenen Jahren viel an der In frastruktur verbessert worden. "Jetzt ist Döbbrick dran", so der Rathauschef.

Ortsvorsteherin Barbara Merz bot der Verwaltung die Unterstützung der Döbbricker an. Sie erklärte: "Die Voraussetzungen sind suboptimal, aber ich bin kein Mensch, der resigniert." Die Verwaltung animierte sie, "ausgetretene Pfade einfach mal zu verlassen", und kreativ zu sein.

"Wenn ich nach Dissen schaue in den Landkreis, da werden Radwege gebaut ohne Ende", ergänzte sie. "Und wir bekommen unsere Leute nicht sicher nach Cottbus." Der Oberbürgermeister verwies auf die unterschiedlichen Förderbedingungen. Die Stadt sei im Vergleich zu Landkreisen benachteiligt. So habe Cottbus kaum Aussichten, um Landesgeld für Sportstätten oder auch Stützpunktfeuerwehren zu erhalten. Allerdings machte Kelch den Döbbrickern Hoffnung, was den Rad- und Wanderweg entlang der Spree betrifft. Weil es sich dabei um einen Fernradweg handelt, sei eine Förderung möglich. So bereitet die Stadt Cottbus gemeinsam mit den Landkreisen Spree-Neiße, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz und Dahme-Spreewald Förderanträge für fünf Fernradwege vor. Das Land hatte angekündigt, in der aktuellen Förderperiode 40 Millionen Euro für die Radwege zur Verfügung zu stellen.

Aus eigener Kraft will die Stadt hingegen in der Döbbricker Dorfstraße eine zusätzliche Straßenlaterne installieren. "Ich sehe hier ein großes Sicherheitsproblem, gerade im Winter", hatte Christina Gerth moniert. Willi Baruck, einer der beiden Vize-Ortsbeiratschefs und von Barbara Merz für seine engagierte Arbeit gelobt, monierte den fehlenden Gehweg: "Die Kinder müssen da durch Pfützen laufen", betonte er. Eigentlich, so Kelch bei der Vor-Ort-Visite, müssten Straße einschließlich Gehweg grundhaft erneuert werden. Doch dafür fehlt der Stadt das Geld.

Mit einer kleineren Investition soll hingegen ein Problem vor dem Friedhof gelöst werden. Dort soll künftig das Parken nur noch für eine halbe Stunde möglich sein. Damit soll verhindert werden, dass vor allem bei Veranstaltungen auf dem Sportplatz die Parkflächen dort blockiert werden und Friedhofsbesucher keine Möglichkeit mehr haben, ihr Auto abzustellen.

Fazit am Ende des anderthalbstündigen Termins in Döbbrick: Die Einwohner vor Ort sind bereit, durch Eigeninitiative ihren Beitrag zur Verschönerung ihres Ortsteils zu leisten. Doch damit kann nicht alles kompensiert werden. Die Stadt will sich um Fördermöglichkeiten kümmern. Versprechen, die dann möglicherweise nicht einzuhalten sind, gab es aber von der Rathausspitze keine.