Einen entsprechenden Grundsatzbeschluss fasste die Gemeindevertretung mit einer Stimmenthaltung. Damit ist der Weg frei für Verhandlungen mit dem Naturschutzbund Deutschlands, dem die Ausstellung gehört.

"Dissen führt schon lange den Beinamen Storchendorf und in der Scheune des Heimatmuseums gibt es eine Ausstellung zu den Adebaren", begründete Bürgermeister Fred Kaiser das Konzept. "Mit der Renaturierung der Spreeaue, der dortigen Ansiedlung von Auerochsen, Wasserbüffeln und Tarpanen kommen immer mehr Schaulustige nach Dissen und suchen auch nach weiterführenden Informationen. Derzeit verfügt das Museum vorwiegend über heimatgeschichtlich geschulte Mitarbeiter, die diese Fragen kaum beantworten können."

Mit dem Grundsatzbeschluss verbunden ist eine weitere Weichenstellung. Ein Förderverein soll die Trägerschaft und die Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten übernehmen. Aus dem Gemeindehaushalt kann die Einrichtung nicht bezahlt werden, sind sich die Abgeordneten einig. Und Geld für den laufenden Betrieb kann der Naturschutzbund nicht aufbringen, das haben erste Vorgespräche gezeigt.

Mit dem schrittweisen Aufbau einer musealen und Informationseinrichtung in Regie eines Fördervereins haben die Dissener Bürger Erfahrung. Auf diese Weise bauten sie ihr Heimatmuseum auf, das nicht nur im Spree-Neiße-Kreis einen guten Ruf genießt. Schritt für Schritt das Weißstorchinformationszentrum gestalten, die heimische Tierwelt einbeziehen und sich auch den "Exoten" in der Spreeaue zuwenden, mit diesem Konzept geht die Gemeinde in die Verhandlungen. Aufgebaut werden soll die Einrichtung auf einem alten Vier-Seiten-Hof.